Das Festival

Rock of Ages -  am 27. Juli 2012 war es wieder soweit. Das 7. Open Air des Rock of Ages startete in Seebronn. Wieder ein Mal haben es die Veranstalter geschafft ein hervorragendes Billing auf die Beine zu stellen und einen guten Mix zwischen den Generationen zu schaffen. Mit ALICE COOPER als Headliner am Samstagabend stand ein echter Rockgigant und Ausnahmekünstler auf der Bühne. Das es Vincent Damon Furnier mit seinen 64 Jahren  immer noch drauf hat die Bühne zu rocken, davon konnte ich mich erst im November in Bremen überzeugen. (Fotos und Bericht hier)

Aber auch EUROPE, der Headliner am Freitagabend die mit ihrem Hit „The Final Countdown“ einen der größten Hits der 80er Jahre ablieferten und BOB GELDORF der 1986 von Königin Elisabeth II. zum Ritter geschlagen wurde, den Titel Sir jedoch als Staatsangehöriger der Republik Irland nicht tragen darf, (dies ist Bürgern des Vereinigten Königreichs von Großbritannien und Nordirland oder eines Commonwealth Realms vorbehalten) waren eine Reise nach Seebronn wert.

Weitere Infos über alle Bands gibt es natürlich auf der Homepage vom Rock of Ages.

Alice Cooper - Headliner am Samstag

Vincent Damon Furnier: Dieser Mann ist nicht weniger als eine der letzten großen Ikonen der Rockmusik. Unter seinem Pseudonym Alice Cooper hat sich der einstige Kunststudent Ende der 60er und vor allem Anfang der 70er Jahre wie ein Stachel ins Fleisch der gutbürgerlichen Gesellschaft gebohrt - das visuelle Konzept seiner Bühnenshows war ein perfekter Rahmen für die morbiden Gruselgeschichten, die er und seine Band auf ihren Alben vertonten. Die Mischung aus Horrorshow, Vaudeville-Elementen und lauten Rockklängen war genau das Richtige, um konservative Beobachter vor den Kopf zu stoßen - und alle, die auf der Suche nach etwas Neuem und Aufregendem waren, zu begeistern. Und davon gab es schon nach kurzer Zeit immer mehr und mehr: Nach wenigen Jahren war aus dem geschminkten Bürgerschreck, der auf der Bühne ein nicht immer unblutiges Spektakel rund um Massenmörder, Psychopathen und andere Randgestalten der Gesellschaft trieb und dabei liebend gerne in die Rolle derselben schlüpfte, eine respektable und gefeierte Szenegröße geworden, die selbst Jahrzehnte später noch maßgeblicher Einfluss für so manchen Nachwuchsact sein sollte. Kein Wunder, denn eines hatte Alice Cooper vielen anderen, die ebenfalls mit markantem Image und aufsehenerregenden Theatereffekten spielen, immer voraus: Eine beachtliche musikalische Substanz.

Im Lauf der Jahre ging eine schier unüberschaubare Zahl an Hits und Hymnen auf sein Konto: Stücke wie 'I'm Eighteen', 'School's Out', 'Elected', 'Only Women Bleed', 'No More Mr. Nice Guy' oder 'Welcome To My Nightmare' sind ebenso eingegangen in den Kanon der Rockklassiker wie 'Poison', 'Bed Of Nails', 'Only My Heart Talking' oder 'Hey Stoopid', mit denen der Sänger nach einigen Jahren, in denen es etwas ruhiger um ihn worden war, dank der Multiseller-Alben 'Trash' und 'Hey Stoopid' ab 1989 seinen zweiten großen Karriereabschnitt einläutete. Erfreulicherweise gehört aber auch er nicht zu den Künstlern, die sich auf alten Lorbeeren ausruhen: Mit Veröffentlichungen wie 'Dirty Diamonds', 'Along Came A Spider' oder jüngst 'Welcome 2 My Nightmare' hat Alice Cooper seinen klassischen Sound auch in den vergangenen Jahren mehrfach erfolgreich wiederbelebt und ihm eine frische Note verpasst, die ihn heute genauso relevant macht wie vor vier Jahrzehnten. Die Veranstalter sind stolz, dass dieser Ausnahmekünstler 2012 nach Seebronn kam - als Headliner am Samstagabend!

Europe - Headliner am Freitag

photo: fredrik etoall Ihren Hit 'The Final Countdown' vom gleichnamigen Album kennt jeder: Die Single mit der markanten Keyboard-Fanfare war fraglos einer der größten und eingängigsten Rock-Hits der 80er. Doch schon vor ihrem großen kommerziellen Durchbruch hatten sich die Schweden um Joey Tempest und John Norum unter Freunden melodischen Hardrocks einen ausgezeichneten Namen erspielt: Die ersten beiden Alben 'Europe' und vor allem 'Wings Of Tomorrow' zählen zu Recht zu den frühen Perlen der skandinavischen Szene.

Dennoch bleibt 'The Final Countdown' ein Meilenstein in der Geschichte der Band: Die gleichnamige Single kletterte in sage und schreibe 26 Ländern auf die Nummer 1 der Single-Charts, und alleine in den USA verkaufte sich das Album über 6 Millionen mal. Mit 'Rock The Night', 'Cherokee' und 'Carrie' gab es weitere Hits, und auch der vierte Longplayer 'Out Of This World', der 1988 erschien, verkaufte sich wie geschnitten Brot. Doch EUROPE zehren wahrlich nicht nur von altem Ruhm: Seit sich die Band 2004 nach zwölf Jahren Auszeit wieder zusammengerauft hat, hat sie drei ausgezeichnete und alles andere als antiquierte Alben veröffentlicht, die den gewohnt melodischen und nach wie vor hochklassigen Sound der Band in ein zeitgemäßes Soundgewand kleiden. Die Headliner des Freitagabends waren übrigens mit einem brandneuen Album „Bag of Bones“ im Gepäck am Start. (Photo: Fredrik Etoall)

 

Das war das Rock of Ages 2012

2 Tage – 14 Bands

Rock of Ages 2012 – Das familienfreundliche Festival stand auch diesmal wieder unter dem Motto: Rock-Musik für jedes Alter. So standen wieder Musiker der unterschiedlichsten Generationen auf der Bühne. Mit den etwas älteren  „The Sailor Bros. Band“ am Freitag sowie den ganz jungen „Rebellious Spirit“ am Samstag waren zum Auftakt zwei unterschiedliche Bands am Start, die den Auftritt auf dem Festival gewonnen hatten und den jeweiligen Tag eröffnen durften.

Das Billing für den ersten Tag erschien uns beim Lesen etwas uninteressant, da unser Fokus doch mehr auf Hard- und Melodic-Rock angelegt war. Aber wie hieß es schon im Film „Forrest Gump“ und der Pralinenschachtel? - „...man weiß nie was man bekommt.“

Nach dem die erste Band schon recht gut startete legten Fischer-Z ebenfalls einen ordentliche Performance ab und das Gelände füllte sich so langsam. Die erste Überraschung war dann „Fish“! Irgendwie hatten wir den nur mit ruhigen und für uns eher langweiligen Songs in Erinnerung. Was der Gute dann aber ablieferte war nicht nur saucool und zum Teil ordentlich rockig, sondern machte auch echt Spaß. Der Funke sprang dann auch sofort zum Publikum über und es war ordentlich Stimmung auf dem Platz. Dass mit „Bob Geldorf“ nun etwas anderes kam sah man schon am Outfit. Allerdings war das nun wirklich nicht unser Ding, aber ich konnte auch schon mit den Boomtown Rats nicht viel anfangen. Den Fans war das egal – Hütte voll, Stimmung toll!

Aber das Beste sollte jetzt erst kommen: „Europe“

The Final Friday

Bei bestem Wetter mit Sonnenschein und Temperaturen von gefühlten 40 Grad sollten die Jungs aus dem kühlen Norden den Abschluss eines heißen Tages bilden. So freuten sich alle auf die etwas kühleren Temperaturen zum Abend, doch Europe enterten die Bühne und es wurde wieder heiß!

Die Show von Europe ist schon klasse. Joey Tempest, Sänger der Schweden, legte die Messlatte vom ersten Song an mal so richtig hoch und wirbelte über die Bühne dass einem schon schwindelig wurde. Das neue Album „Bag of bones“ besteht allerdings nicht aus alten Knochen sondern hat ordentliche Songs an Board die Live erst richtig ihr Potenzial zeigen. Dementsprechend war die gesamte Show in Kombination von alten und neuen Songs schon eine Klasse für sich. So störte es auch nicht wirklich jemanden, dass mit den letzten Takten von „Final Countdown“ eine leichter kurzer Regen einsetzte und für Abkühlung sorgte. Damit war der erste Tag schon mal ein ordentliches Brett und das Billing für den Samstag versprach da noch einiges mehr.

Und so war es auch.

Die junge Truppe von „Rebellious Spirit“ legte gleich ordentlich los und sorgte für den ersten Spaß. Zwar erinnerte uns das Ganze ein wenig an die Band Kissin Dynamite, aber wen stört´s – mehr davon. Mit „Maxxwell“ aus der Schweiz gab es dann ordentlich was aufs Brett. Die Jungs legten einen Pfund auf die Bühne das es nur so krachte und mit der Nachfolgeband „Reggatta De Blanc“ die eine der besten Police Cover Bands darstellt ging unser Puls dann wieder nach unten und es wurde ruhiger. Die Truppe ist wirklich sehr gut und hin und wieder dachten wir schon es spielt das Original. So zeigte dann jede Band ihr Können und wirkliche Ausfälle gab es eigentlich nicht.

Für etwas Unverständnis bei den Presseleuten sorgte dann der Gig von „Axel Rudi Pell“. So durften wir nicht in den Fotograben, da am Bühnenrand Flame-Master aufgebaut waren und die Pyro-Effekte wohl zu gefährlich seien. Allerdings machte es beim ersten Song nur einmal „puff“ und es gab drei Rauchfontänen. Erst nach knapp einer Stunde folgten die Flammeneffekte und so waren einige Fotografen doch sauer nur aus dem Publikum heraus fotografieren zu dürfen. Oder war doch die Aufgebaute Kamera auf der Mittelbühne der Grund? Die Show wurde anscheinend mitgeschnitten. Aber was soll´s, dachten sich dann einige, das Highlight kommt ja jetzt.

The Rainmaker Show

Samstag 22.00 Uhr, Rock of Ages und alle warten auf den Meister der Horror Rock Shows: Alice Cooper! Mit einer gut halbstündigen Verspätung aufgrund einiger technischer Probleme startete endlich die heiß ersehnte Live-Show – und pünktlich zum ersten Ton öffnet der Himmel seine Schleusen und schickte einen Platzregen hinunter der es nur so in sich hatte. Als hätte Alice nur darauf gewartet oder den Regen sogar persönlich bestellt. Zumindest reichte es völlig aus um die Fans, zum Abschluss des zweitägigen Rock of Ages, mit Temperaturen um teilweise 31 Grad, abzukühlen.

Für Manche war es der pure Horror (z.B. für die Fotografen im Fotograben) – für Andere die beste Show der Welt. Alice zeigte wie gewohnt, dass er immer noch nicht zum alten Eisen gehört und rockte die Bühne bis zum bitteren Ende. Ein würdiger Abschluss eines gelungen Rock of Ages 2012. Wie schon am Freitag mit EUROPE als Headliner, war auch am Samstag Alice Cooper der Höhepunkt des Tages.

©Heiko Bintz, Binzers.de

Fotos (klick band for pictures)

FREITAG, 27. Juli:

THE SAILER BROS. Band ,  FISCHER-Z , FISH , BOB GELDOF , EUROPE 

SAMSTAG, 28. Juli:

REBELLIOUS SPIRIT , MAXXWELL , REGGATTA DE BLANC , PRAYING MANTIS , JEFF SCOTT SOTO , THE TUBES  , Y&T , AXEL RUDI PELL , ALICE COOPER

Nicht nur die Musik und die Bands waren an dem Wochenende ein Highlight, sondern auch das "Drumherum". Marc Stibbe hatte sein besonderes Augenmerk auch auf die Fans gerichtet und einige tolle Fotos geschossen.

Hier geht es zur Fotoserie.