Welcome to his Nightmare

Alice Cooper (* 4. Februar 1948 in Detroit, Michigan; gebürtig Vincent Damon Furnier, nach einer Namensänderung auch offiziell Alice Cooper). Ursprünglich war „Alice Cooper” der Name seiner Band. Alice Cooper gilt als einer der Wegbereiter der heute gängigen aufwendigen Bühnenshows in der Rockmusik. Durch die damals provokanten Texte seiner Lieder und seine spektakulären und theatralischen Auftritte, in deren Verlauf er nicht selten in Zwangsjacken gesteckt wurde und seine Hinrichtung durch Enthauptung oder am Galgen simulierte, erreichte er vor allem in den 1970er und 1980er Jahren ein Massenpublikum. Viele Platten von Alice Cooper waren kommerziell außerordentlich erfolgreich. Seit März 2011 ist Cooper Mitglied der Rock and Roll Hall of Fame.

Für seine finanzielle Unterstützung bekam Cooper von der christlich-liberalen Grand Canyon University in Phoenix (Arizona) im Mai 2004 den Ehrendoktortitel „Doctor of Music” verliehen.

1964 gründete Alice Cooper, damals noch als Vincent Furnier, seine erste Gruppe „The Earwigs”. Die Band war regional bekannt und spielte Beatles-Songs. 1965 änderte die Band ihren Namen und wurde zu „The Spiders”, die Band spielte Coverversionen, in erster Linie Rolling-Stones- und Yardbirds-Stücke. 1967 änderte die Band abermals ihren Namen und wurde zu „The Nazz”. Um Verwechslungen mit der gleichnamigen Gruppe von Todd Rundgren zu vermeiden, erfolgte 1968 die Umbenennung in „Alice Cooper”

Alice Cooper lädt zum Mordspektakel mit Greatest-Hits-Programm

(thk) Guillotine. Giftspritze. Galgen. Giftschlange. Kettensäge. Elektrischer Stuhl. Das, was so geballt sonst nur in Horrorfilmen zu sehen ist, bietet Alice Cooper hautnah. Zwischen dem 20. Oktober und 14. November macht der Vater des Schockrock mit seiner „No More Mr. Nice Guy“-Tour sechsmal Station in Deutschland. Geboten wird dort ein einzigartiges visuelles Spektakel, das von Cooper & Co. mit einem Querschnitt seiner Hits untermalt wird. Dazu gehören Klassiker wie „I’m Eighteen“, „Billion Dollar Babies“, „Poison“, „School’s Out“ oder „Elected“. Und eine Premiere ist ebenfalls im Programm: „I’ll Bite Your Face Off“ heißt jener Song, der eine Live-Kostprobe aus dem neuen Alice-Cooper-Album „Welcome 2 My Nightmare“ (Universal, VÖ: 14.10.) darstellt. Die Karten zur Mördershow sind zu Preisen von 38.- bis 50.- Euro (zzgl. Gebühren) im Vorverkauf erhältlich.

Konzertkritiker und -besucher sind begeistert davon, was Cooper & Gruppe seit Anfang Mai weltweit auf der Bühne bieten. Seine Begleitband hat der US-Sänger mit dem markanten Make-Up zum Tourstart teilweise umbesetzt. Neu an Bord sind, abgesehen von Gitarrist Damon Johnson und Bassist Chuck Garric: Schlagzeuger  Glen Sobel (Eintrag im Guinnessbuch der Rekorde für die meisten Trommelschläge binnen einer Minute!), ihr ehemaliger Gitarren- und Keyboard-Techniker Tommy Henriksen an der Sechssaitigen sowie – in gleicher Position – Steve Hunter. Der altbewährte, wichtige Cooper-Kreative ist es auch, mit dem der Rock-And-Roll-Hall-Of-Fame-Neuzugang Teile seines Meisterwerks „Welcome To My Nightmare“ (1975) komponiert hat, dessen zweite Folge im Herbst erscheinen wird.

Zwischen 16 und 21 Liedern umfasst das an Kostümen reiche 90-minütige „No More Mr. Nice Guy“-Rocktheater. Es beginnt mit einem von Horrorfilm-Schauspieler Vincent Price („Das Schreckenskabinett des Dr. Phibes“) gesprochenen Intro und endet mit „School’s Out“. Darin wurde eine Anspielung an Pink Floyd’s „Another Brick In The Wall (Part II)“ eingebaut. Alles in allem ist ein Auftritt von Alice Cooper, der als Künstler für Kiss, Marilyn Manson und Slipknot Vorbildfunktion hat, ein faszinierendes Erlebnis. Jeder sollte das einmal erlebt haben!

Konzertbericht

12.11. Pier 2 in Bremen, einen Tag nach dem Karnevalsbeginn – Zufall oder Absicht? Denn Verkleidungen gab an dem Abend einige. Nicht nur auf der Bühne sondern auch im Publikum war der Horror präsent. Aber der Reihe nach:

Pünktlich um 20.00 Uhr startete mit The Treatment im Vorprogramm die Welcome 2 My Nightmare Show von Alice Cooper. Die Jungs von The Treatment lieferten einen ordentlichen Einstieg und wurden von der schon fast gefüllten Halle auch ordentlich gefeiert. Aber letztendlich warteten eh nur alle auf den Meister.

Mit dem Vincent Price Intro (Das Schreckenskabinett des Dr. Phibes) startete um gut 21.00 Uhr Alice seine Show. Wie es sich gehört schaute der Meister auf seine Jünger herab und kam von einem überdimensionalen Rednerpult inklusive eines 8-Arm-Spinnen-Outfit zum Vorschein – passend zum Opener „Black Widow“. Was danach folgte war Präsentation der großen Hits der Vergangenheit, gespickt mit neuen Songs der aktuellen Scheide. Wer die CD noch nicht kannte wurde mit den dezenten Hinweis auf der Rückseite von Alice Coopers Jacke hingewiesen – „New Song“!

Showtechnisch waren alle Bekannten Spielereien an Board: von der Guillotine, einem Frankensteinmonster, eine inszenierte Paparazzo-Hinrichtung, sowie einer gelben Boa Constrictor. Mr. Vincent Damon Furnier hat es immer noch drauf. Und eines haben wir noch gelernt: Alice Cooper ist ein Bremer. Zum Ende hin hatte er ein Trikot von Werder Bremen an – natürlich mit der Rückennummer 18 ("I'm Eighteen") und dem Namen Cooper!

 Playlist:

Vincent Price intro, The Black Widow, Brutal Planet, I'm Eighteen, Under My Wheels, Billion Dollar Babies, No More Mr. Nice Guy, Hey Stoopid, Is It My Body, Halo of Flies, I'll Bite Your Face Off, Muscle of Love, Only Women Bleed, Cold Ethyl, Feed My Frankenstein

Clones (We're All), Poison, Wicked Young Man, I Love the Dead, School's Out (mit"Another Brick In The Wall"), Zugabe: Elected