RETRO CLASSICS

Automobil-Szene trifft sich im März 2014 in Stuttgart zum siebten Mal im Messegelände beim Flughafen

Die RETRO CLASSICS zählt nach inzwischen dreizehn Veranstaltungen zu den wichtigsten Automobilbörsen in Europa. Der unerwartet große Erfolg der bisherigen Veranstaltungen liegt, verglichen mit anderen ähnlich gelagerten Veranstaltungen, in deren Hochkarätigkeit. Dabei ist es gelungen, ein klares, eigenständiges Profil zu entwickeln, das wie ein Markenzeichen für die RETRO CLASSICS steht. Und die Veranstalter versichern, dass sie 2014 erneut eine ausgezeichnete Messe rund um das Thema Oldtimer auf die Beine stellen werden. Deren Anhänger, Hobby-Bastler, Liebhaber nostalgischer Automobileleganz oder einfach Menschen, die sich an den Vorläufern der heutigen Auto- und Zweiradmarken erfreuen, kommen auf der RETRO CLASSICS mit Sicherheit auf ihre Kosten. Baden-Württemberg gilt zu Recht als die Wiege des Automobils. Geniale Erfinder, Tüftler und Wirtschaftsführer wie Gottlieb Daimler, Carl Benz, Wilhelm Maybach, Ferdinand Porsche, Robert Bosch oder Gottlob Auwärter haben aber nicht nur die Mobilität der Bevölkerung revolutioniert, sondern mit ihren Entwicklungen auch ein Stück technische Kulturgeschichte geschrieben. Im Stammland des Fahrzeugbaus geht es neben der Ausstellung hochklassiger Oldtimer, deren Ersatzteile und Zubehör auch um die kulturellen Aspekte, die das Automobil sowie die Entwicklung des motorisierten Zweirads hervor gebracht haben.

Die nächsten Jahre in Stuttgart

Am Donnerstag, 13. März, findet am Nachmittag der Presse- und Fachbesuchertag statt; zuvor ist die internationale Eröffnungspressekonferenz. Die Oldtimermesse kann seit Jahren mit zunehmendem Publikumsinteresse, wachsenden Ausstellerzahlen und steigender Medienresonanz aufwarten. Ideengeber und Initiator Karl Ulrich Herrmann wollte in Stuttgart einen Treffpunkt für Oldtimer-Fans, Liebhaber nostalgischer Automobilformen und -farben oder einfach Menschen schaffen, die sich an den Vorläufern der heutigen Auto- und Zweiradmarken erfreuen. Kurzum eine Automobil-Messe mit Stil und Ambiente: die RETRO CLASSICS war geboren. Ende März 2001 öffneten sich zum ersten Mal die Messehallen für Oldtimer-Liebhaber, Sammler und „Schrauber“.

Der Grund für eine Oldtimer-Messe in Stuttgart lag auf der Hand. In der Wiege des Automobils, in der Heimat von Daimler, Heinkel, Bosch und Porsche, hatte es bislang nichts Vergleichbares gegeben. Nach sorgfältigen Markt- und Standortanalysen mit Kennern der Szene wurde ein Konzept entwickelt, das seine ganz eigenen Facetten beinhaltet: Oldtimer und Youngtimer, Classic Cars, Oldtimer-Zubehör, Rallye-Sport, klassische Motorräder, Retro-Spielzeug und vieles mehr. In Deutschland gibt es rund 1500 Oldtimer-Clubs, allein in Baden-Württemberg sind gut 500 solcher Liebhabervereine und Interessengemeinschaften ansässig, also genügend Potenzial für eine zukunftsträchtige Messe. Mit der RETRO CLASSICS wurde eine Marktlücke geschlossen und gleichzeitig ein Forum eröffnet, auf dem sich Händler, Sammler und solche, die es werden wollen, zum Gedankenaustausch treffen. Nicht nur das. Auch das Kaufen und Verkaufen, vor allem zwischen Privatleuten, aber auch auf eigenen Auktionen, wurde und wird auf der RETRO CLASSICS großgeschrieben. Eine hochwertige Messe zum Anfassen war das damalige Ziel, wobei nach wie vor die Maybach- und Horch-Vereinigungen genauso willkommen sind wie die Isetta- und Topolino - Clubs oder die Anhänger von Horex und Heinkel-Roller. Es geht um den Erhalt des Kulturguts Oldtimer, da dessen Bestand bekanntermaßen nicht mehr wächst. Zudem will die Messe die Entwicklung des Automobils aufzeigen und dessen Erfinder würdigen, die in der Region Stuttgart die Technik- und Wirtschaftsgeschichte geprägt haben.

Die vierzehnte RETRO CLASSICS im März 2014 wird erstmalig von der im Sommer 2013 neu gegründeten RETRO Messen GmbH, einer Tochtergesellschaft der Retropromotion GmbH und der Landesmesse Stuttgart GmbH, als Veranstalter durchgeführt. Die neue Gesellschaft hat ihren Sitz in der Landesmesse in Stuttgart. Die RETRO CLASSICS hat sich mit der Festlegung in der Standortfrage für die kommenden Jahrzehnte für Stuttgart festgelegt.

Nur hier und so kann man den hochgesteckten Erwartungen und den Trends in der Fahrkultur künftig gerecht geworden. Diese Messe hat sich zu dem Treffpunkt der Szene für Oldtimer und Fahrkultur in Süddeutschland und dem angrenzenden Ausland entwickelt und der Andrang des Publikums gab den Organisatoren Recht. Rund 77.000 Messebesucher, 1.325 Aussteller erfreuten sich an über 3.000 historischen Fahrzeugen auf zwei und vier Rädern sowie an den zahlreichen Sonderschauen in den Messehallen. Auf dem Grundstein für die RETRO CLASSICS kann dank der positiven Resonanz von Ausstellern und dem Besucherandrang weiter aufgebaut werden. Die RETRO CLASSICS hat sich in den Köpfen von Fans und Oldtimer-begeisterten Menschen als Pflichtveranstaltung festgesetzt. Außerdem nimmt ihre Akzeptanz im benachbarten Ausland immer mehr zu, so dass sich die Messe, auch international gesehen, auf einem ausgezeichneten Weg befindet.

Autos, die Geschichten erzählen

Sonderschau „Elf vergessene französische Marken“ auf der Retro Classics 2014 / „Gaststar“ ist ein Delahaye 135 M Roadster

Auf der Retro Classics 2014 wird ein bislang kaum beachtetes Stück europäischer Automobilgeschichte lebendig: Insgesamt 22 seltene Fahrzeuge sind in der exklusiven Sonderschau „Elf vergessene französische Marken“ zu sehen (Atrium, Eingang Ost). „Wir zeigen jeweils zwei Automobile der Marken Bugatti, Delage, Delahaye, Talbot, Salmson, Voisin, Hispano-Suiza, Hotchkiss, Lorraine-Dietrich, Panhard & Levassor und Facel-Vega“, sagt Jean-Paul Tissot, Präsident des Delahaye Club in Saint Germain en Laye, der die Fahrzeuge zur Verfügung stellt. „Es handelt sich um elf große französische Marken, deren Produktion eingestellt wurde… bis auf Bugatti.“ Das Besondere: „Die beiden Wagen jeder Marke unterscheiden sich grundlegend. Alle sind herausragende Beispiele für die französische Automobilkunst.“

Die Ausstellung erinnert an wegweisende technische Neuerungen und gestalterische Meilensteine gleichermaßen. So befinden sich unter den Exponaten auch zwei Fahrzeuge von Panhard & Levassor, einem der ältesten Automobilhersteller der Welt. In den Hallen des 1886 gegründeten Unternehmens entstand einst das erste Auto Frankreichs. Den Konstrukteuren von Panhard & Levassor ist zudem die Erfindung des so genannten Panhardstabes zu verdanken, der heute noch verwendet wird. Mittelpunkt der Ausstellung ist ein „Gaststar“ aus dem sonnigen Kalifornien – „ein sehr seltener Delahaye, der zur Sammlung des Mullin Automotive Museum in Oxnard gehört“, verrät Tissot. In den dreißiger Jahren zählten die Automobile aus dem Hause Delahaye zu den schönsten ihrer Epoche. Der in Stuttgart gezeigte Delahaye 135 M Roadster stammt aus der Serie „Salon de Paris 1936“ und besitzt eine Karosserie des berühmten französischen Stellmachers Figoni & Falaschi. Erstkäufer war ein indischer Maharadscha. Ende der Achtziger wurde der Wagen in England restauriert und nach Amerika verschifft, wo ihn der heutige Eigentümer 1993 erwarb. Insgesamt wurden nur neun Exemplare gebaut. Auch alle anderen Fahrzeuge der Sonderschau könnten bewegte und bewegende Geschichten erzählen. Einen Favoriten habe er daher nicht, meint Jean-Paul Tissot: „Jede Marke besitzt in der großen Historie des französischen Automobils ihren ganz eigenen Stellenwert.“

Raritäten aus der Region

Seltene Motorräder auf der Retro Classics 2014: Eine Sonderschau des AMSC ist den Marken Gutbrod und UT gewidmet. Die Region Stuttgart steht heute sinnbildlich für den Automobilbau, doch gab es einst zwischen Neckar und Alb auch durchaus respektable Motorradhersteller. Mit einer Sonderschau in Halle 8 wird auf der Retro Classics an die längst vergangene Blütezeit der schwäbischen Zweiradproduktion erinnert. „Wir werden etwa vierzig Motorräder ausstellen, darunter seltene Fahrzeuge, die nur in geringen Stückzahlen gebaut wurden“, sagt Thomas Schmid vom Allgemeinen Motorradsport-Club Leonberg e.V., der die Ausstellung organisiert. „Die ältesten Fahrzeuge stammen aus den zwanziger Jahren und haben teilweise noch Holzrahmen.“ Einen Schwerpunkt der Schau bildet die Firma Gutbrod, eigentlich: Standard Fahrzeugfabrik GmbH. Deren zwischen den Weltkriegen gebaute, teilweise mit englischen Motoren ausgestatteten Standard-Motorräder galten als exklusive Fahrzeuge. Das 1926 in Ludwigsburg gegründete und später in Plochingen ansässige Unternehmen stellte bis 1954 auch Automobile her. Einige dieser in Vergessenheit geratenen Fahrzeuge werden ebenfalls zu sehen sein.

„Unser zweiter Block ist die Firma UT aus Untertürkheim“, erklärt Schmid. „Das waren in erster Linie Alltagsfahrzeuge – heute jedoch sind es absolute Raritäten, weil sie irgendwann spurlos verschwunden sind und niemand die Maschinen aufbewahrt hat. UT war ein kleiner Betrieb, der keine riesigen Stückzahlen produziert hat. Diese Motorräder mit 125 oder 250 Kubikzentimetern Hubraum waren in der Region sehr beliebt.“ Neben greifbarer Wirtschafts- und Technikgeschichte bietet die Sonderschau auch den Rückblick auf einen heute fast fremd anmutenden Mobilitätsanspruch: „Das Motorrad an sich hatte damals noch einen ganz anderen Stellenwert. Es war häufig ein Autoersatz für diejenigen, die sich kein Auto leisten konnten.“ Begleitend zur Ausstellung zeigt das Wirtschaftsarchiv Baden Württemberg Fotografien aus der Unternehmensgeschichte von UT. Im Jahre 1962 wurde auch dort die Motorradproduktion eingestellt. Die ehemaligen Werkshallen beherbergten bis 2009 das Stuttgarter Bibelmuseum.

Das war 2014:

Dass die Retro Classics zu den Top Events in der internationalen Oldtimer Szene gehört, sollte mittlerweile jeder Auto Enthusiast wissen. Und es scheint als ob die Retro Classics von Jahr zu Jahr zulegt.  Ob Oldtimer, NEO CLASSICS und Youngtimer, hier gibt es für alle etwas zu sehen. In Kombination mit den Sonderschauen und Auktionen, garniert mit einen passenden Rahmprogramm, war die Oldtimer Messe in diesem Jahr wieder eine rundum gelungene Veranstaltung. Wir freuen uns, dass wir in diesen Jahr wieder von diesem tollen Event berichten können.

Seit der ersten Ausgabe der Retro Classics im Jahr 2001, gab es noch nie mehr Besucher als in diesem Jahr. Rund 80.000 interessierte sahen sich 2014 die Automobile auf der Messe in Stuttgart an. Vom geschäftsführender Gesellschafter und Initiator der Retro Classics, Karl Ulrich Herrmann wurde die Ausstellung zu Recht als großer Erfolg bezeichnet. Aber nicht nur die Besucherzahlen wachsen von Jahr zu Jahr, auch die Zahl internationaler Austeller, und internationaler Besucher wächst. Auch die Journalisten kamen in dieses Jahr in Scharen.

Hier ein paar Zahlen vom total ausgebuchten Messegelände: Austeller 1428, über 3000 Fahrzeuge, Besucher ca. 80.000, Internationale Besucher  11%

Das unser Schwerpunkt bei den U.S. Cars liegt, kommt ja nicht von ungefähr. Mein Boss Heiko fährt halt einen Ford Mustang.  So blieb ich dieses Jahr länger als geplant in der Halle 5, mit den Schlitten aus Übersee. Aber seht selbst hier kommen meine Fotos von der diesjährigen Retro Classics vom Stuttgarter Messegelände. Viel Spaß, euer Marc.

Fotos der Retro Classics 2014

Quelle: http://messe-stuttgart.info/