Bosch Hockenheim Historic - 2017

Starkes Programm für die STT

Traditionell startet die Spezial Tourenwagen Trophy bei der Bosch Hockenheim Historic vom 21.-23. April in die neue Saison. Die Veranstalter haben wieder ein starkes Programm auf die Beine gestellt. Neben der STT warten Highlights wie die Formel-1-Boliden der BOSS GP oder die BiGBanger des CANADIAN-AMERICAN Challenge Cup.

Die Spezial Tourenwagen Trophy gehört mittlerweile zum festen Bestandteil des Programms. Der Saisonauftakt ist auch etwas Besonderes. Denn die Veranstaltung lockt Jahr für Jahr viele Zuschauer an. Somit dürfen sich die STT Teilnehmer auf gut gefüllte Tribünen freuen. Das Publikum bekommt auch bei den Rennen der Spezial Tourenwagen Trophy einiges zu sehen. Mit Jürgen Alzen und seinem Ford GT kommt ein ganz starker und erfahrener Pilot zurück. Zuletzt war Alzen 2010, damals mit einem Porsche 997 Turbo, eingeschrieben. Danach tauchte er immer wieder als Gaststarter auf, zuletzt beim Finale im vergangenen Jahr. Alzen könnte in der Klasse 2 durchaus zum Favoritenkreis zählen. Auch Gesamtsiege sind ihm zuzutrauen. Die Konkurrenz ist in der Klasse 2 jedoch bärenstark. Ulrich Becker konnte sich gleich in der ersten Saison im neuen Porsche 997 GT3 R die Vizemeisterschaft sichern und dürfte durchaus wieder um Siege mitmischen. Neu dabei ist Sven-Maik Krüger, der einen BMW Z4 GT3 steuern wird. Vor 15 Jahren absolvierte Krüger zuletzt einen Gaststarter auf einem BMW M3 E30. Nun möchte er ganz vorne mitmischen.

Nicht nur die Klasse 2 könnte für Spannung sorgen. Die Division 2 ist wieder hochkarätig besetzt. Die Spezial Tourenwagen Trophy wurde hier ihrem Ruf als Nachwuchsschmiede durchaus gerecht. Division 2 Meister Sven Markert steigt in die ADAC TCR Germany auf. Somit ist der Meisterthron vakant. Mit Jürgen Gerspacher (Seat Leon Mk2), René Freisberg (Seat Leon Mk3), Daniel Haager (Audi A3 Turbo) und Kai Riebetz sind extrem schnelle Fahrer mit von der Partie. Für Riebetz wird gerade der früher von Dörr Motorsport auf der Nordschleife eingesetzte BMW Z4 aufgebaut. Damit dürfte Riebetz durchaus zu den Titel- und Siegkandidaten zählen.

Schon allein die beiden Klassen wecken enorme Vorfreude auf den baldigen Saisonauftakt. Neben der Spezial Tourenwagen Trophy hat die Bosch Hockenheim Historic aber noch einiges zu bieten. Die BOSS GP ist die einzige Möglichkeit moderne Formel-1-Boliden live in Deutschland zu erleben. So finden sich unter anderem ein Toro Rosso STR1 von 2006 oder ein Jaguar R5 von 2004 im Starterfeld. Dazu kommen IndyCar-Fahrzeuge, GP2-Boliden und weitere schnelle Formel-Fahrzeuge. So oder so – Ohrenstöpsel sind für empfindlichere Gemüter bei dieser Soundkulisse fast schon Pflicht. Soundstark präsentiert sich auch der CANADIAN-AMERICAN Challenge Cup. V8-Wuchtbrummer mit über 800 PS messen sich hier. Zudem ist die holländische Youngtimer-Serie mit zwei schönen Feldern vertreten. Dazu kommen die Scuderia Alfa Classico, FIA Lurani Trophy, HRA Classic Formel 3 und der Lotus Cup Europe.

Die Ticketpreise sind moderat, zehn Euro kostet ein Ticket für den Freitag, Einzeltickets für Samstag/Sonntag gibt’s ab 25 Euro, das Wochenendticket ab 35 Euro. Viele interessante und detaillierte Informationen zu den einzelnen Rennserien und dem Rahmenprogramm finden Sie unter: www.hockenheim.historic.de

Text: arpRedaktionsbüro, Patrick Holzer

Startende Rennserien bieten breites Spektrum an Young- und Oldtimern

13 Old- und Youngtimer-Klassen im Motodrom am Start  • Faszination historischer Rennsport – mit zehn Serien spektakulär, spannend, begeisternd • Zugang zu Fahrerlager/Boxen für Ticketinhaber inklusive, familiäre Atmosphäre

Man muss sich das vergegenwärtigen: Zehn Rennserien treten bei der Bosch Hockenheim Historic an. ZEHN! Spektakel pur für Augen und Ohren. Es ist schlicht alles am Start, was Liebhaber historischen Rennsports begeistert, wenn das Jim Clark Revival vom 21. bis 23. April auf dem Hockenheimring Baden-Württemberg zelebriert wird. Die meisten Serien sind offizielle FIA-Championate. Zudem lockt die Zuschauer ein Rahmenprogramm der Superlative – mit Ausstellungen, familiärer Atmosphäre und freiem Zugang zu Fahrerlager und in die Boxen. Die Veranstaltung jährt sich zum 13. Mal – und huldigt dem zweimaligen Formel-1-Weltmeister Jim Clark, der 1968 in Hockenheim tödlich verunglückte.

BOSS GP – Feel the Power

Sie gilt als schnellste Rennserie Europas – die „BOSS GP“. Der Name steht für „Big Open Single Seater“, große, PS-starke Formelrennfahrzeuge eher jüngeren Datums. Beispielsweise der Toro Rosso STR1 von 2006 des 2016er BOSS-GP-Champions Ingo Gerstl, der Jaguar R5 von 2004, pilotiert von Rekordmeister Klaas Zwart, oder ein Benetton B197 von 1997. Damals gewann Gerhard Berger im Benetton den GP Deutschland – in Hockenheim! Wer jetzt glaubt, dass diese großartigen Rennfahrzeuge „um den Kurs getragen“ werden, irrt gewaltig. Die Jungs geben richtig Gas. Hockenheim ist der Saisonauftakt für sieben Veranstaltungen à zwei Sprintrennen.

Neben den Highlights aus der Königsklasse bereichern das Starterfeld Monopostos anderer Rennserien, etwa ein 2007er Panoz DP01 aus der US-IndyCar. Auch aus der GP2, die im Rahmen der Formel 1 glänzt, mischen Boliden mit, aus der Worldseries by Renault 3.5, der F3000 oder der Superleague Formula. Allein der fliegende Start dieser nicht eben geräuscharmen Boliden ist ein akustischer Hammer! Da bebt die Haupttribüne.

Lotus Cup Europe – Verneigung vor Jim Clark

Die weltweit einzige offizielle Lotus-Rennserie ist eine Reminiszenz an Jim Clark – der Schotte begründete mit seinem einzigartigen Fahrstil und -können vor mehr als fünf Jahrzehnten praktisch die Faszination Lotus. Die bis heute anhält! In fünf Klassen treten die Lotus-Enthusiasten gegeneinander an; es findet sich die gesamte Bandbreite am Start – von der Elise bis zum letzten Exige Cup V6. Für die neue Saison des Lotus Europe Cup, die traditionell beim Jim Clark Revival in Hockenheim eingeläutet wird, sind neue Starter und auch Veränderungen im Feld angekündigt: So starten etwa in der leistungsstärksten V6-Cup-Klasse (Exige V6, Evora) sowohl der amtierende Champion Tamas Vizin als auch sein Vorgänger John Rasse, außerdem die 2016er Rennsieger Xavier Georges, Jon Packer und Steve Williams. Hochspannung garantiert.

Zwei Mal Race Club Germany – mit atemberaubenden Preziosen

Mit ähnlichen Namen, aber unterschiedlichen Fahrzeugen betreten zwei Raceclubs die Bühne der Bosch Hockenheim Historic – und beiden ist die volle Aufmerksamkeit der Zuschauer sicher. Der „Race Club Germany“, ein loser Zusammenschluss von Eigentümern historischer Formel-1-, Formel-2- und Formel-3-Fahrzeugen, steht mit seiner Auswahl perfekt aufbereiteter Preziosen immer im Fokus der Fans – etwa mit den F1-Stars Maserati 250 F (Juan Manuel Fangio), Cooper T53 und Lola T142 oder den F2-Legenden Brabham BT 36 F2, March 732, Ralt RT1 und Lotus 69. Richtiges Racing versagen sich die Besitzer, die Fahrzeuge sprechen bei Präsentationsläufen mit dröhnenden Motoren für sich – oder in den Boxen, wo die Liebhaberstücke verschiedener Jahrzehnte aus allernächster Nähe bewundert werden können.

Beim „Raceclub Germany powered by FNT“ fahren ausschließlich Formel-1- und F-3000-Boliden. Besonders geschichtsträchtig ist der Toyota TF 108, dessen V8-Motor bis zu 800 PS leistete. Unvergessen, wie Timo Glock beim Finale 2008 schuldlos in die WM-Entscheidung eingriff – als Lewis Hamilton ihn in der der letzten Kurve in Brasilien noch überholen konnte und damit Felipe Massa den sicher geglaubten Titel entriss. Toll auch der Toyota TF 105, mit dem Jarno Trulli 2005 die meisten WM-Punkte für das japanische Werksteam Toyota einfuhr. Sein Herzstück, das Zehnzylinder-Triebwerk, lieferte über 900 PS – und kreischt heute noch genauso wie damals. Ohrenstöpsel obligat! Außerdem im Starterfeld der topfitten Ahnen aktueller F1-Boliden: ein Jordan EJ11, ein Tyrrell 017, ein Eurobrun 189 sowie ein BMS Dallara. Aus der ehemaligen Formel 3000 mischen unter anderem ein Reynard Cosworth und ein Lola mit.

CANADIAN-AMERICAN Challenge Cup – 800-PS-Geschosse, Spektakel pur

Laut, schnell, furchteinflößend: die Rennfahrzeuge des CanAm Cup. Ihr fulminanter Auftritt erinnert an Le-Mans-Starts – und damit verbundene Gänsehautmomente. „Was sie von anderen unterscheidet“, sagt Serienorganisator Peter Schleifer, „ist ihr brutaler Leistungs- und Drehmomentüberschuss.“ Den Ingenieuren waren praktisch keine Grenzen gesetzt, als die Serie 1966 ins Leben gerufen wurde: kein Hubraumlimit, aber Turbolader oder Kompressor gestattet. Lola dominierte anfangs mit dem gerade verstorbenen F1-Weltmeister John Surtees, es folgte die Ära der McLaren, dann überrannte der Porsche 917 Turbo das Feld. Die Ölkrise von 1973 beendete das aufregende Treiben. Der heute von Deutschland aus organisierte CanAm Cup schafft es, diesen irgendwie irren Teil der Rennsportgeschichte wiederzubeleben. Im vergangenen Jahr wurde 50-jähriges Jubiläum gefeiert. Beim Jim Clark Revival in Hockenheim im Starterfeld: Kultautos wie der McLaren M8F, der Lola T310 oder der March 717 – alle um die 800 PS stark!

Traditionell dabei: FIA Lurani Trophy, Premiere für die HRA Classic Formel 3

Treue Zuschauer der Bosch Hockenheim Historic kennen die Mini-Monopostos der FIA Lurani Trophy schon – und wissen: Spannende Rennen sind vorprogrammiert. Im vergangenen Jahr wurde der Titelkampf zwischen Chris Drake im Terrier Mk4 und Manfredo Rossi di Montelera im Lotus in der letzten Rennrunde entschieden. Gegründet wurde die Rennserie für Neueinsteiger 1958 vom Grafen Johnny Lurani, um italienische Fahrer wieder in Grand-Prix-Wagen zu locken.

Was haben Ayrton Senna, Gerhard Berger, Stefan Bellof, Sebastian Vettel, Lewis Hamilton und Max Verstappen gemeinsam? Ihre Karriereleiter führte über die Formel 3. Seit mehr als fünf Jahrzehnten ist sie die Hauptausbildungsstätte für den Rennfahrernachwuchs. Nun feiert die „HRA Classic Formel 3“ ihre Premiere bei der Bosch Hockenheim Historic. Mit Formel-3-Boliden der Jahre 1971 bis 1984 bietet die Serie eine Marken- und Epochenklassen-Vielfalt, die man sonst nur in Museen sieht.

Rennsport mit Dach – mit Alfas, Youngtimern und Spezialtourenwagen

Die Scuderia Alfa Classico (SAC) sorgt dafür, dass die ruhmreichen Zeiten und die wunderschönen Modelle des italienischen Automobilbaus nicht in Vergessenheit geraten. Im Schnitt tummeln sich über 45 Rennwagen der 60er, 70er und 80er aus ganz Europa auf der Strecke. Die SAC ist in 2 Divisionen eingeteilt. In der ersten sind nur wenige Modifikationen an Fahrwerk, Bremsen, Motoren, Karosserie erlaubt. In der zweiten ist lediglich die Aerodynamik eingeschränkt. Seriennahe 2-Liter-16V-TS-Alfa-Modelle sind seit 2015 in der Klasse „Twin Spark Cup“ am Start. Dank stabiler Tourenwagentechnik darf man sich auf Rad-an-Rad-Duelle freuen.

Ausladende Heckflügel, mächtig breite Kotflügel und ein faszinierender Sound: Das sind die Kennzeichen der „Spezial Tourenwagen Trophy H&R Cup“. In der seit 1986 ausgetragenen Rennserie treffen Tradition und Moderne aufeinander, GT3-Boliden der Neuzeit auf 30 Jahre alte Tourenwagen – dies verleiht der Serie einen ganz speziellen Reiz. Die Aufteilung in Klassen schafft Ordnung. Es kann am Saisonende sogar der Pilot mit den wenigsten PS ganz oben stehen. Die Spitzenautos der stärksten Klasse (Mercedes SLS, Porsche Turbo) leisten bis zu 700 PS, in Klasse 2 tummeln sich vor allem GT3-Fahrzeuge. Den gewissen Kick garantieren die Spezialfahrzeuge. Wenn hubraumstarke V8-STAR-Boliden gegen pfeilschnelle DTM-Renner fighten, hält es niemand auf den Sitzen.

Drei Divisionen, internationales Starterfeld, beherzte Positionskämpfe – und klangvolle Autonamen: Die „Youngtimer Tourenwagen Challenge“ begeistert mit Tourenwagen aus den Jahren vor 1990. Beispielsweise aus den 70er-Jahren mit dem BDA Escort, dem Sunbeam Lotus oder der Renault Alpine A310. Die 80er-Jahre repräsentieren Fahrzeuge wie der Lotus Esprit, die BMW-Modelle E30 M3, M1 und 635CSi, Ferrari, Opel Ascona, Porsche 911 und 944 sowie Renault 21 Turbo.

Zutritt in die Boxen für Zuschauer, moderate Eintrittspreise

Das absolut Außergewöhnliche an der Bosch Hockenheim Historic ist, dass man als Zuschauer all diese Schätze und Schätzchen im Fahrerlager und in den Boxen anschauen kann – und dass Teams und Fahrer auch bereitwillig und gerne Fragen beantworten. Die Atmosphäre ist einfach familiär! Die Ticketpreise sind moderat, zehn Euro kostet ein Ticket für den Freitag, Einzeltickets für Samstag/Sonntag gibt’s ab 25 Euro, das Wochenendticket ab 35 Euro. Viele interessante und detaillierte Informationen zu den einzelnen Rennserien und dem Rahmenprogramm finden Sie unter www.hockenheim.historic.de.

Jim Clark Biographie 04.März 1936 – 07.April 1968

 James „Jim“ Clark junior, (* 4. März  1936 in Kilmany, Fife, Schottland; † 7. April 1968  in Hockenheim)

Jim Clark gilt bis heute als einer der besten Formel-1-Piloten der Geschichte und wurde zum Vorbild für zahlreiche spätere Weltmeister, darunter Jackie Stewart, Alain Prost und Ayrton Senna. Seine 25 Siege in zur Fahrer-Weltmeisterschaft zählenden Grand Prix stellten bei seinem Tod Formel-1-Rekord dar.

Tödlicher Unfall

Nachdem sein F2-Wagen in der Woche zuvor in Barcelona beschädigt wurde, aber ein Einsatz für Ford beim Sportwagenrennen in Brands Hatch nicht zustande kam, trat er doch auf dem Hockenheimring an, nachdem er am Abend zuvor im Aktuellen Sportstudio interviewt wurde. Im Regen verunglückte der 32-Jährige im für ihn völlig unbedeutenden Formel-2-Rennen tödlich, vermutlich infolge eines schleichenden Plattfußes und Reifenschadens, als er auf der Waldgeraden nach dem Motodrom von der Piste abkam und mit seinem Lotus 48 gegen einen Baum schleuderte. Es gab keinen Augenzeugen, da an dieser Stelle keine Zuschauer standen und die Konkurrenten zu weit hinter Clark waren, der zum Zeitpunkt des Unfalls an für ihn ungewohnter Position im Mittelfeld fuhr. Die von Lotus-Chef Colin Chapman in Auftrag gegebene Untersuchung des Unfalls durch Peter Jowitt, einen auf Unfallermittlungen von Militärflugzeugprototypen spezialisierten Ingenieur, ergab, dass Jim Clark keine Chance hatte. Auf dem Waldboden versuchte er noch mit Maximaldrehzahl das Fahrzeug in eine andere Richtung zu steuern, doch durch die Vielzahl der Bäume fehlte der Platz und es kam zu dem fatalen seitlichen Einschlag. Jowitt kam zu dem Ergebnis, dass ein Reifenschaden ursächlich für das Unglück war. Erst später wurden Leitplanken in Hockenheim aufgestellt, Sicherheitsstreifen angelegt und nahe seiner Unfallstelle eine Bremsschikane errichtet, die Jim-Clark-Schikane genannt wurde. An der Unglücksstelle wurde ein Gedenkstein errichtet, der im Zuge der umfangreichen Umbauarbeiten am Hockenheimring (Verkürzung und geänderte Streckenführung, um weiterhin „Formel-1-tauglich“ zu sein) in Richtung Motodrom versetzt wurde.

Clarks Tod erschütterte den gesamten Rennsport bis in seine Grundfesten und schockierte insbesondere die Fahrerkollegen. Juan Manuel Fangio sagte noch kurz vor seinem Tod im Jahre 1995, dass seiner Meinung nach Jim Clark der mit Abstand größte Fahrer aller Zeiten sei. Bereits in seinem Nachruf auf Clark im April 1968 äußerte er unumwunden: „Er war besser als ich.“ Eine vergleichbare Reaktion gab es lediglich noch einmal in der langen Geschichte der Formel 1, 26 Jahre später mit dem Tod Ayrton Sennas. Jene Jahre des Rennsports waren von einer ganzen Reihe von tödlichen Unfällen in den Topkategorien des Motorsports überschattet: Zwischen 1967 und 1971 kamen Lorenzo Bandini (Ferrari, Monaco), Lucien Bianchi (Alfa Romeo, Le Mans), Mike Spence (Indianapolis), Piers Courage (Zandvoort), Ludovico Scarfiotti (Bergrennen Roßfeld), Bruce McLaren (Goodwood), Jochen Rindt (Monza), Pedro Rodriguez (Norisring) und Jo Siffert (Brands Hatch) in ihren Rennwagen ums Leben.

2017 Bosch Hockenheim Historic - Das Jim Clark Revival

Großes Markenclub-Areal – ohne Baujahrsbegrenzung

Die Bosch Hockenheim Historic - das Jim Clark Revival vom 21. - 23. April 2017 wird zum Mekka aller Liebhaberfahrzeuge – ganz ohne Baujahrsbegrenzung. Willkommen sind Automobilclubs, Interessengemeinschaften und Stammtische von Oldtimern, Youngtimern und Sportwagen aller Baujahre. Viele neue Aktivitäten machen den Treffpunkt zur Saisoneröffnung noch attraktiver.

Als besonderes Schmankerl dürfen die angemeldeten Teilnehmer in diesem Jahr zweimal geführte Runden auf der Strecke drehen und legendäre Abschnitte, wie beispielsweise die Sachs-Kurve, selbst zu erleben. Am Samstag in der Mittagspause und nochmals abends nach dem offiziellen Rennbetrieb. Die Club-Corsos gehörten bereits in den vergangenen Jahren zu den emotionalsten Momenten des ganzen Wochenendes im Gedenken an Jim Clark. Es ist für die Teilnehmer ein bedeutender Moment, mit ihren Fahrzeugen auf der Strecke fahren zu dürfen, auf welcher der Ausnahme-Rennfahrer am 7. April 1968 verunglückt ist.

Des Weiteren gibt es jede Menge Pokale für die Clubs mit den meisten Fahrzeugen, für die schönsten Autos der Markenclubs sowie für die Teilnehmer für die weiteste Anreise. Und auch hier werden die Gewinner Bestandteil der Veranstaltung mit den 14 Rennklassen, Gleichmäßigkeitsläufen und Präsentationen. Die Siegerehrung findet am Sonntag auf der offiziellen Tribüne am Vorstart statt, zwischen der Prämierung der Rennklassen.

Es gibt nur wenige Rennfahrer, für die so eine aufwendige Gedenkstätte eingerichtet wurde wie für Jim Clark. Der Veranstalter gibt den Markenclub-Teilnehmern am Samstagnachmittag deshalb die Gelegenheit, gemeinsam das Memorial des zweifachen Weltmeisters zu besuchen – im Gedenken an den Schotten, aber auch im Gedenken an die wilde Rennfahrer-Zeit, als die Rennstrecken noch längst nicht die heutigen Sicherheitsstandards erfüllten.

Die Markenclub-Areale werden wieder im Bereich der Mercedes-Tribüne eingerichtet. Der Transfer in das Fahrerlager ist den ganzen Tag gewährleistet.

Fantastische Atmosphäre mit fast 20.000 Zuschauern

Fast 20.000 Zuschauer ließen sich vom kühlen Frühlingswetter bei der Bosch Hockenheim Historic am vergangenen Wochenende nicht die Laune verderben. Das Gegenteil war der Fall. Ob im Fahrerlager, auf den Tribünen, im Gedrängel auf dem Boxendach, bei den Ausstellungen oder Autogrammstunden – überall interessierte und begeisterte Besucher, darunter auffällig viele Familien. Und auf dem Grand-Prix-Kurs boten knapp 400 Teilnehmer einmal mehr alles, was Liebhaber historischen Rennsports erwarten – von recht jungen Formel-1-Boliden über die Big Banger des CanAm-Cup bis hin zu diversen Tourenwagen- und Formelserien. Rennsportlegende Jochen Mass, als ehemaliger Formel-1- und Sportwagen-Star beim Autogramme schreiben von Fans umringt, freute sich: „Die Veranstaltung wird immer beliebter, das sieht man ja. Es wird richtig guter Sport geboten.“

Gemütlicher Altherrensport? Gepfiffen! Racing pur am Hockenheimring

Vor allem auf der Innentribüne an der Sachskurve herrschte super Stimmung. Besondere Aufmerksamkeit galt der BOSS GP und dem CanAm Cup. Die Stars der BOSS GP, ein Toro Rosso Cosworth von 2006 und ein Jaguar R5 Cosworth von 2004, ließen mit ihrem Zehnzylinder-Kreischen die jüngere Formel 1-Historie wiederaufleben. Dabei erwischte der erfolgsverwöhnte Niederländer Klaas Zwart einen extrem schlechten Start in die insgesamt sieben Veranstaltungen à zwei Rennläufe umfassende FIA-Rennserie: Sein grüner Jaguar machte bereits im ersten Sprintrennen schlapp. So ging die volle Punktzahl an seinen Hauptrivalen aus Österreich, Ingo Gerstl, der den wunderschönen Red-Bull-Toro-Rosso zu zwei souveränen Auftaktsiegen fuhr. Eine Qualyzeit von 1:20.174 Minuten spricht für den sportlichen Spirit; Nico Rosberg fuhr 2016 im Formel-1-Qualy 1:14.363 Minuten.

Doppelsieg auch beim spektakulären CanAm Cup: der Schweizer Felix Haas setzte mit seinem Lola T294 ein Ausrufezeichen mit Siegen sowohl auf feuchter Piste am Samstag als auch auf trockener am Sonntag. Im ersten Lauf stand Landsmann Philipp Brühweiler als Zweiter mit auf dem Podium (Chevron B19) vor dem Deutschen Georg Hallau (Lola T310). Sonntags eroberte Henry v. d. Amalien im 800-PS-Kultauto McLaren M8C7D Rang zwei vor Dirk Waajengerg (NL) im Chevron.

Mit knapp 40 Fahrzeugen sorgte der Lotus Cup Europe für Furore. Christophe Lisandre, Champion der 2-Eleven-Kategorie, war in seinem offenen Vierzylinder-Lotus der Mann der Stunde: Mit einem Sieg und einem zweiten Platz rangiert der Franzose nach der ersten von sieben Veranstaltungen auf Rang eins. Auch in der Monoposto-Serie FIA Lurani Trophy gewann am Sonntag ein Lotus. Vorjahressieger und Vizemeister Manfredo Rossi Di Montelera, samstags noch Zweiter, gewann den Sonntagslauf am Steuer des Lotus 22 mit 16 Sekunden Vorsprung. Im ersten Lauf war Philipp Buhofer im Lola Mk5A als Erster durchs Ziel gefahren. Erstmals im Rahmen des Jim Clark Revival am Start: HRA Classic Formel 3. Beide Siege gingen an Thomas Warken im Ralt RT3.

Fotos: 2017 Bosch Hockenheim Historic - Das Jim Clark Revival

01 Lotus Cup Europe , 02 BOSS GP - Qualifying , 03 HRA Classic Formel 3 , 04 YTTC , 05 Raceclub Germany , 06 CANAM , 07 FIA Lurani Trophy , 08 BOSS GP - Boxengasse und Rennen , 09 STT HR Cup , 10 Boxengasse

Fotos von Marc Stibbe - ein toller Mix!

 

Fotos und Bericht: 2016

Fotos und Bericht: 2015

Fotos und Bericht: 2014

Tödlicher Unfall bei der Bosch Hockenheim Historic 2014

Im freien Training der Triumph Competetion und British GTs verunglückte der 69-jährige schottische Rennfahrer Dr. Albert Fleming am Freitag tödlich. Sein Lotus Elan, Baujahr 1963, hatte massiv Öl verloren und war dadurch bei Vollgas, in der Mitte der langgezogenen Parabolica-Kurve, ins Schleudern gekommen. Trotz sofort eingeleiteter Rettungsmaßnahmen durch die Rennärzte erlag er seinen schweren Verletzungen. Die Veranstaltung wurde sofort abgebrochen. Dr. Fleming nahm seit seinem 18. Geburtstag an Rennen in ganz Europa statt und liebte nach Auskunft seiner Fahrerkollegen seinen Sport. Auf Wunsch der Familie und der Rennserie fand die Veranstaltung am Samstag und Sonntag wie vorgesehen statt. Zum Gedenken an Dr. Fleming versammelten sich seine Fahrerkollegen und der Veranstalter  am Samstag zu einer Schweigeminute auf der Rennstrecke.

Fotos und Bericht: 2012

Fotos und Bericht: 2011

Fotos und Bericht: 2010