Bosch Hockenheim Historic - 50 years on - 1965 / 2015

Die Bosch Hockenheim Historic - Das Jim Clark Revival sowie die Jim Clark Ausstellung vom 10. bis 12. April 2015 stehen ganz im Zeichen des Traum-Jahres 1965 von Jim Clark und Team Lotus vor genau 50 Jahren.

Mit einem Start-Ziel-Sieg, am 1. Januar beim GP von Südafrika, eröffnete Jim Clark die Formel 1-Saison 1965. Neben der Formel 1 standen aber auch die 500 Meilen von Indianapolis für Colin Chapman und sein Team Lotus, ganz oben auf der Prioritätenliste. Nach den verpassten Chancen 1963 mit dem zweiten Rang und 1964 mit einem Ausfall, musste im dritten Anlauf 1965 unbedingt ein Sieg eingefahren werden. Das ging so weit, dass Jim Clark auf einen Start beim GP von Monaco verzichten musste. Die Konzentration der Kräfte machte sich am 31. Mai in Indianapolis bezahlt, und zwar im wahrsten Sinne des Wortes. Jim Clark, Lotus und Ford eroberten 1965 den „Nudeltopf“ von Indianapolis überlegener, als jedes andere Siegerteam zuvor:

* 190 Führungsrunden bei einer Renndistanz von 200 Runden * erster Sieg eines Europäers seit 1916 * erster Sieg eines Mittelmotor-Rennwagens (Lotus 38 Ford) * erster Sieg eines „Engländers“ * erster Sieg eines englischen Rennwagens * erster Sieg eines Ford Motors * erster Sieg mit einem Durchschnitt von über 150m/h (242km/h) in 3:19:05Std

Zurück in Europa konnte Jim Clark seine Erfolgsserie verlängern. Nacheinander Siegte er bei den GPs von Belgien, Frankreich, England, Holland und Deutschland. Sechs Starts, sechs Siege und somit der überlegene zweite WM-Titel. Jim Clark war auf Lotus 33 der zweite WM-Titel nach 1963 nicht mehr zu nehmen. Bereits drei Rennen vor Schluss am 1. August, stand er auf dem Nürburgring als neuer Weltmeister fest. Er war aber nicht nur in der Formel 1 „the man to beat“. Der Gesamtsieg in der Tasman Meisterschaft, Gesamtsiege in den Formel 2-Meisterschaften von England und Frankreich auf einem Lotus 35 F2 sowie seine legendären Erfolge im Lotus Cortina rundeten die Saison ab.

Sensationell: Jim Clarks Lotus 33 R9 Zandvoort 1965 (Schlumpf Museum) auf der Jim Clark Ausstellung bei der Bosch Hockenheim Historic.

Was bleibt: Der Sieg in Indy und der Formel 1-WM-Titel im gleichen Jahr ist bis heute einzigartig geblieben. Jim Clark und das Team Lotus, mit Colin Chapman als Chefdenker, haben vor 50 Jahren (1965) Motorsport-Geschichte geschrieben.

Jim Clark Ausstellung 2015
Unter dem Motto „50 years on“ bietet die Jim Clark Ausstellung 2015 einen kleinen aber feinen Rückblick ins Jahr 1965. Zum 50. Jubiläum passt der Siegerwagen von Jim Clark beim GP von Holland, der Lotus 33 R9 F1, sowie ein Lotus 35 F2 ebenfalls aus dem Jahr 1965. Weiter ist ein „Jim Clark Lotus 29 IndyGoKart“ aus dem Jahr 1964 zu bewundern. Dieser wurde aus Anlass des Ford-Einstiegs in Indy 1963 in einer kleinen Serie hergestellt. Natürlich ist der Indy Sieg und der WM-Titel mit Bildern, Modellen und persönlichen Jim Clark Exponaten allgegenwärtig.

Startende Rennserien bieten breites Spektrum an Young- und Oldtimern

Startende Rennserien bieten breites Spektrum an Young- und OldtimernStartende Rennserien bieten breites Spektrum an Young- und Oldtimern

Die Bosch Hockenheim Historic – Das Jim Clark Revival vom 10. bis 12 April 2015 ist auch in diesem Jahr bis auf den letzten Starterplatz ausgebucht. Neben neun Rennen erwartet die Zuschauer bei den Gleichmäßigkeitsläufen der Historischen Formel Vau sowie den Demonstrationsläufen des Raceclub Germany Historic, des Gentle Driver Course und des Teams FNT eine auf Europas Rennstrecken einmalige Vielfalt an Rennwagen aller Epochen.

Sport- und Tourenwagen stark vertreten

Die Rennversionen sportlicher Tourenwagen, die man aus dem täglichen Straßenbild kennt, zogen Motorsportfans seit jeher in ihren Bann. Zwischen den Jahren 1972 und 1985 war die glorreiche Zeit des Tourenwagensports: Die Deutsche Rennsport-Meisterschaft (DRM) läutete eine neue Ära ein, aus der letzten Endes die DTM hervorging. Spektakuläre Rennwagen wie Ford Capri I und Capri Turbo, BMW 320, Ford Escord, Lancia Beta Montecarlo, Porsche Carrera und 935 sowie BMW M1 lieferten sich die spannendsten Duelle mit Fahrern, die das „Who is Who“ dieser Ära bildeten: Stefan Bellof, Harald Ertl, Dieter Glemser, Hans Heyer, Klaus Ludwig, Jochen Mass, Hans-Joachim Stuck, Manfred Winkelhock und Bob Wollek. Während der Bosch Hockenheim Historic führt der international ausgeschriebene DRM Klassik-Pokal zurück in diese besondere Zeit des Tourenwagensports, in der bis zu 700 PS starke Autos die Rennen beherrschten.

Seit 1986 ist auch die Spezial-Tourenwagen-Trophy, kurz STT, fester Bestandteil in der deutschen Motorsportszene. Durch die Unterstützung des Hauptsponsors H&R erhielt die Serie im Jahr 2006 den Namenszusatz H&R Cup. Verschiedenste Klassen für Tourenwagen und GT-Fahrzeuge bieten im Rahmen der Bosch Hockenheim Historic eine große Bandbreite. Die stärksten Fahrzeuge wie Porsche 997 Turbo oder Chrysler Viper kämpfen beispielsweise in der großen STT-Klasse mit über Sechs-Liter-Hubraum um die Positionen.

Die niederländische Youngtimer Touring Car Challenge (YTCC), für Fahrzeuge vor 1990, verspricht auch im Jahr 2015 eine gute Show für die Zuschauer auf dem Hockenheimring. Hier befinden sich Exoten auf der Rennstrecke, z. B. aus den 70er-Jahren Sunbeam, VW Käfer, Trabant und Renault Alpine A310 oder Boliden der 80er-Jahre vom Schlage Lotus Esprit, Opel Ascona, Porsche 944, Renault 21 Turbo sowie Rover SD1.

Der Lotus Cup Europe ist weltweit die einzige offizielle Lotus-Rennserie und wird nach dem internationalen FIA-Reglement ausgetragen. Das Spektrum reicht von der serienmäßigen Elise bis hin zu reinen Rennwagen wie dem Exige Cup V6. Gewertet wird in fünf Klassen.

Die Triumph Competition & British GTs ist die durch die FIA international anerkannte historische Rennserie des TR-Register Deutschland e. V. (Verein für klassische Triumpf Roadster). Die beliebte Rennserie für die englischen Klassiker geht in diesem Jahr bereits in die 21. Saison. Sie wird nach einem eigenen Reglement ausgetragen, bei dem die Chancengleichheit bei hoher Kosteneffizienz im Vordergrund steht. Übrigens ist der TR-Register Deutschland e. V. einer der größten Markenclubs Deutschlands. Während der Bosch Hockenheim Historic werden neben der gesamten Triumph-Palette, welche bis zum Modell TR8 reicht, auch die Marken Austin Healey, Jaguar, Marcos, MG, Morgan und TVR am Start stehen.

Auch der Scuderia Alfa Classico steht wieder eine spannende Rennsaison bevor. Die größte Rennserie für Alfa Romeo-Fahrzeuge sorgt dafür, dass die ruhmreichen Zeiten und wunderschönen Modelle des italienischen Automobilbaus nicht in Vergessenheit geraten. Startberechtigt sind alle Modelle des Fiat-Konzerns, fast ohne Einschränkungen. So sind beispielsweise auch die 147 GTA CUP- oder JTD CUPRennwagen vertreten. Durch die Kooperation mit der niederländischen Alfa Romeo Challenge bringen beide Serien ein Starterfeld von durchschnittlich 45 italienischen Rennwagen auf die Strecke.

Kaum eine Rennserie ist derart spektakulär wie die SuperSports Festivals. Die flachen, offenen Sportwagen aus der europäischen Sportwagen Trophy stellen einen absoluten Höhepunkt im historischen Motorsport dar. Bei den SuperSports sind zweisitzige Sportwagen, Sportprototypen und Fahrzeuge mit einer Leistung von bis zu 850 PS vertreten und versetzen die Zuschauer zurück in die wilden 70er-Jahre. Die Rennserie umfasst historische Fahrzeuge der Baujahre 1966 bis 1976. Die Markenweltmeisterschaft für Sportwagen war zu jener Zeit vergleichbar populär wie die Formel 1-Weltmeisterschaft.

Die Hubraum-Giganten bündeln sich, damals wie heute, im CANADIAN-AMERICAN Challenge Cup mit Boliden von McLaren, Chaparral, Lola und Porsche. Die CanAm begann 1966 mit zwei Rennen in Kanada und vier Rennen in den Vereinigten Staaten für die damaligen Gruppe-7-Sportwagen: Rennautos, die ohne Serienfertigung meistens nur als Einzelstücke oder in geringer Stückzahl entstanden. Es kam bis zum Ende der Saison 1974 zu außergewöhnlichen Entwürfen mit weit über 1000 PS, Flügeln und aktivem Groundeffekt. Heute wird der CANADIAN-AMERICAN Challenge Cup von Deutschland aus organisiert und beherbergt die originalen CanAm und Interserie Autos der Jahre 1966 bis 1974. Aus Sicherheitsgründen erfolgt der Start des Rennens auch im Rahmen der Bosch Hockenheim Historic als Indianapolis-Start, also „fliegend“.

Gentle Driver Course heißt ein neuer Demonstrationslauf auf Einladung des Porsche Zentrum Mannheim Penske Sportwagenzentrum GmbH. Schwerpunkt der beiden Läufe am Samstag und Sonntag werden Porsche-Rennwagen der Typen 904, 907, 908 und 910

sein. Das sind allesamt Modelle, die in den aktuellen Rennserien kaum mehr eingesetzt werden. Einer langen Rennsporttradition folgend will das Porsche Zentrum Mannheim durch den Gentle Driver Course, aber auch Renn- und GT Fahrzeug-Besitzern anderer Marken die Gelegenheit geben, ihre Klassiker auf der Rennstrecke zu präsentieren. Zusätzlich werden die Fahrzeuge auch im Bereich der Sonderausstellung historischer Rennfahrzeug-Transporter im Fahrerlager zu sehen sein.

Formel-Klassiker

Der Raceclub Germany Historic ist ein Zusammenschluss von Motorsport begeisterten Besitzern von Formel-Fahrzeugen aus ganz Europa. Bei den international ausgeschriebenen Läufen stehen die Sicherheit der Fahrer sowie der Werterhalt der Fahrzeuge im Vordergrund. Bei den Präsentationsläufen wird dem Publikum ein außergewöhnliches Starterfeld mit Formel-Fahrzeugen aller Kategorien geboten. Die ältesten Fahrzeuge des Raceclub Germany Historic sind die GP-Fahrzeuge aus den 40er und 50er-Jahren, wie z. B. der ehemalige Maserati 250 F von Stirling Moss. Bei den Formel 2- und Formel 3-Fahrzeugen kommen u. a. Lotus, March oder G.R.D zum Einsatz, welche damals von Größen wie Jochen Rindt und Ronnie Peterson gefahren wurden. Exklusiv sind auch die Formel 5000-Fahrzeuge mit fünf Liter Hubraum und tollem Design. Das Highlight in diesem Demonstrationslauf sind die Formel 1-Boliden aus verschiedenen Epochen. Hier kann man die technische Entwicklung in der Königsklasse des Motorsports erleben und bestaunen. Ob Konstruktionen aus Aluminium oder mit Kohlefaser-Chassis, eine Reise durch die Geschichte der Königsklasse des Motorsports ist garantiert.

Deutlich modernere Formel 1-Fahzeuge präsentiert das Team FNT und glänzt vor allem auch durch die Ausstattung der Boxen mit Original-Equipment. Formel 1-Fahrzeuge von Toyota aus den 2000er-Jahren und Arrows aus den frühen 1990ern stehen beim Team FNT im Vordergrund. Für die Zuschauer wird erlebbar, dass der Aufwand ein Formel 1-Fahrzeug dieser Ära auf die Rennstrecke zu bringen enorm ist und es nur durch eine professionelle Crew aus Mechanikern, Technikern und Ingenieuren der Formel 1-Szene mit jahrelanger Erfahrung möglich ist.

Preisgünstigen Motorsport mit Monoposto-Rennwagen machte die Formel Vau bereits vor über 50 Jahren möglich. In den 60er-Jahren entstand diese Nachwuchsrennserie in den USA. Bereits 1963 fand die erste US-Formula-Vee-Meisterschaft statt. Begeistert von der amerikanischen Idee und mit Unterstützung des damaligen VW-Chefs der USA, Dr. Carl Hahn, nahmen Ferry Porsche und der damalige Porsche-Rennleiter Fritz Huschke von Hanstein 1965 die Vision einer europäischen Einsteigerrennserie nebst zwölf Formel Vau-Fahrzeugen aus den USA mit nach Deutschland und schickten diese auf Promotion-Tour. Daraus entstand die weltweit größte Nachwuchsrennserie mit bis zu 70 Fahrzeugen pro Rennen. Heute kümmert sich der Historische Formel Vau Europa e. V. um die Bewahrung und Fortführung dieser Erfolgsgeschichte. Auftakt zum Jubiläumsjahr „50 Jahre Formel V in Deutschland“ bildet die Bosch Hockenheim Historic.

Bereits vor der Formel Vau gab es in Italien die Idee einer Formel-Serie für Neueinsteiger, welche bereits 1958 in Monza in die Tat umgesetzt wurde. In Deutschland waren für die Formel Junior große Namen wie Graf Wolfgang von Trips, Gerhard Mitter und Kurt Ahrens federführend. Die Popularität der Formel Junior-Klasse unter dem Namen FIA Lurani Trophy ist bis heute ungebrochen. Seit Jahren freuen sich die Zuschauer der Bosch Hockenheim Historic auf die Rennen der pfeilschnellen Monoposti.

Die Bezeichnung „BOSS“ steht für Big Open Single Seater. Das bedeutet, dass für diese Klasse nur für die großen und wirklich PS-starken Formelfahrzeuge der legendären 80er und 90er-Jahre zugelassen werden. Hinzu kommen einige Monoposti jüngeren Datums. Damit ist BOSS GP auch gleichzeitig eine der schnellsten internationalen Rennserien. Im Rahmen der Bosch Hockenheim Historic gibt es für den Motorsportfan die exklusive Möglichkeit, an diese unglaublich faszinierenden Fahrzeuge einmal ganz nah heranzukommen. Nur sehr selten kann man Formel 1-Fahrzeuge zusammen mit den derzeit einzigen noch im Renneinsatz befindlichen amerikanischen Champcars in einem Rennen sehen. Formel 1-Boliden von Benetton, Arrows und Jaguar messen sich mit den Monoposti der GP2-Rennserie, welche die unmittelbare Vorstufe zur Formel 1 darstellen. Hinzu kommen die nicht minder rasanten und hochmodernen Fahrzeuge der World Series by Renault.

Die hochkarätigen Rennserien, viele Sonderaktionen, die attraktive Clubszene und das frei zugängliche Fahrerlager machen dieses exzellente Motorsport-Wochenende zu einem Muss für jeden Fan. Die Bosch Hockenheim Historic - Das Jim Clark Revival vom 10. bis 12. April 2015 bildet den langerwarteten Auftakt in die neue Rennsaison.

Mehr Informationen zur Bosch Hockenheim Historic finden Sie unter: http://www.hockenheim-historic.de

Jim Clark Biographie 04.März 1936 – 07.April 1968

 Der zweimalige Weltmeister verunglückte am 07. April 1968 auf dem Hockenheimring tödlich.

Jim Clark und Colin Chapman waren die faszinierendste und erfolgreichste Kombination in der Motorsport-Geschichte. Colin Chapman, das Genie am Reissbrett und Jim Clark, der Virtuose am Lenkrad, ergänzten sich auf einmalige Weise. Was Colin Chapman als Ingenieur entwickelte, setzte Jim Clark perfekt in Geschwindigkeit um. Im Verlauf der Jahre entstand eine echte Freundschaft, welche die Zusammenarbeit noch intensivierte. Zusammen haben sie die Motorsportwelt erobert.

Über Jim Clark: James „Jim“ Clark wurde am 4. März1936 in Kilmany, Five in Schottland geboren. Im Alter von 18 Jahren kam er, entgegen dem Wunsch seiner Eltern, mit dem Motorsport in Kontakt. Regionale Rallyes, Geschicklichkeitswettbewerbe und Sprintrennen standen auf seinem Programm, ehe er 1956 sein erstes Rundstreckenrennen auf einem DKW 3/6 seines Freundes Ian Scott Watson bestritt.

1958 stellte das Border Reivers Team Jim Clark den ersten richtigen Rennsportwagen, einen Jaguar D Type zur Verfügung. Nationale Rennen in Mallory Park und Silverstone sowie ein erstes Internationales Rennen in Spa (Belgien) standen an. Im November 1959 kam es bei einem Lotus Testtag in Brands Hatch zur ersten Begegnung von Jim Clark mit Colin Chapman. Clark erhielt die Gelegenheit einen Lotus Formel 1 - Boliden zu testen. Jim Clark stand also nicht über Nacht im Rampenlicht des internationalen Rennsports. Bevor er 1960 fest in einem Formel 1 - Lotus Platz nahm, nahm er bei 54 Veranstaltungen an 123 Wettbewerben teil. Im Jahre 1960 begann die Erfolgsgeschichte Clark/Chapman. Clark fuhr für das Team Lotus einen Lotus 18 Formel Junior so erfolgreich, dass ihm Colin Chapman bereits im selben Jahr einen Start in der Formel 1 ermöglichte.

Das erste Mal vor deutschen Zuschauern: Am 5. Juni 1960 bei dem WM-Lauf in Zandvoort in Holland begann die Formel 1 - Karriere von Jim Clark mit einem Ausfall. Einen guten Monat später, Ende Juli startete er vor über 200.000 Zuschauern erstmals in Deutschland. Beim Stuttgarter Solitude -Rennen hatte er bereits das Formel Junior Rennen überlegen gewonnen und stand nun im Formel 1 - Rennen mit so bekannten Piloten wie Weltmeister Jack Brabham, Phil Hill, Jo Bonnier und Graf Berghe von Trips am Start. Doch keiner dieser arrivierten Piloten setzte sich nach den ersten Runden an die Spitze des Feldes. Es war der unbekannte Jim Clark, der in Führung liegend, eine Rekordrunde nach der andern drehte. Er fiel zwar im Verlauf des Rennens wegen eines technischen Defektes aus, aber Stuttgart erlebte den Beginn einer neuen Ära. Von nun an gehörte er zu den Stammfahrern in der Formel 1. Wie nah Erfolg und Tragödie im Rennsport zusammenliegen, musste er in Monza erfahren. Er kollidierte mit Graf Berghe von Trips in der Anfangsphase des Rennens. Von Trips, der als erster Deutscher auf dem Weg zum WM-Titel war, verunglückte tödlich.

Auf der Jagd nach dem Weltmeistertitel: Im Laufe des Jahres 1962 entwickelte sich Jim Clark zu einem ernsthaften Anwärter auf den Weltmeistertitel. Chapman setzte mit dem Lotus 25 erstmals einen Wagen mit Monocoque-Chassis ein, welcher mit Clark am Steuer der Konkurrenz überlegen war. In Spa (Belgien) gewann Clark seinen ersten Formel 1 - Grand Prix, zwei weitere Siege folgten. Trotzdem verlor er den Titel 1962 im letzten Rennen an Graham Hill auf BRM. 1963 ernteten Clark und Chapman die Früchte ihrer Anstrengungen. Liegen beim Siegen hieß von nun an die Devise und Jim Clark gewann auf seinem Lotus 25 sieben von zehn Rennen und wurde überlegener Weltmeister. 1964 ließ die Konzentration beim Team Lotus nach, man verließ sich zu sehr auf die außergewöhnlichen Fähigkeiten von Jim Clark. Darunter litt die Zuverlässigkeit und Clark verlor den Titel im letzten Rennen an John Surtees auf Ferrari. 1965 gelang es dem Team Lotus, die erfolgreiche Saison 1963 noch zu überbieten. Der Verzicht auf den GP von Monaco wurde mit einem Sieg bei den 500 Meilen von Indianapolis belohnt. Erstmals seit 1916 bog wieder ein Europäer in die „Victory-Lane“ ein. Bereits drei Rennen vor Schluss, am 1. August auf dem Nürburgring, sicherte sich der „Fliegende Schotte“ im Lotus 33 seinen zweiten WM-Titel. Siege in den Formel 1 - Meisterschaften von England und Frankreich sowie seine legendären Erfolge im Lotus Cortina rundeten die Saison ab.

Weltmeistertitel verpasst: 1966 folgte ein Zwischenjahr, Jim Clark war auf dem Lotus 43 mit BRM H16 Zylinder Motor nicht wirklich konkurrenzfähig. Trotzdem gewann er den GP der USA in Watkins Glen. 1967 stieg der Weltkonzern Ford mit Lotus in die Formel 1 ein. Jim Clark schenkte der Kombination Lotus 49 Ford Cosworth V8 einen Premieren-Sieg in Zandvoort. Jim Clark und sein neuer Teamkollege Graham Hill, dominierten den Verlauf der restlichen Saison klar. Clark gewann noch drei weitere Rennen, doch im Kampf um den WM-Titel scheiterte er an der Zuverlässigkeit des Brabhams von Dennis Hulme.

Der erfolgreichste Pilot aller Zeiten

Am 1. Januar 1968 startete Clark mit seinem 25sten GP-Sieg in Südafrika perfekt in die Saison. Damit war er der erfolgreichste Pilot aller Zeiten, er hatte einen Sieg mehr als Fangio auf dem Konto. Dieser Sieg bedeutete gleichzeitig das Ende einer Ära, es sollte der letzte GP-Sieg eines Lotus in den traditionellen grün/gelben Farben sein. Stimmen wurden laut, dass die Überlegenheit von Clark so erdrückend sei, dass selbst die interessantesten Rennen zu einem monotonen Schauspiel würden. Ich meine, Kontinuität im Erfolg hat nichts mit Monotonie zu tun, sie ist das Ergebnis einer grossartigen, ja wirklich hervorragenden Anstrengung.

Im Februar gewann Clark noch die Tasman Serie in Australien / Neuseeland, und das Team Lotus präsentierte sich dort erstmals als Gold Leaf Team Lotus in den Farben rot/weiss/gold. Ende März ging es nach Spanien zu einem internationalen Formel 1 - Rennen, danach folgte am 6./ 7. April der erste Lauf um die Europa Trophäe für Formel 1 - Fahrer auf dem Hockenheimring. Trotz Problemen mit seinem Lotus 48 im Training, folgte Jim Clark am Samstag einer Einladung des ZDF ins Aktuelle Sportstudio. Sein TV-Auftritt zusammen mit Kurt Ahrens bleibt unvergessen. Am nächsten Morgen, dem 7. April 1968, wurde der erste Lauf zur Europa Trophäe am Hockenheimring gestartet. Der Rest ist Geschichte.

2015 Bosch Hockenheim Historic - Das Jim Clark Revival: Gelungener Saisonstart

Bei der „Bosch Hockenheim Historic – Das Jim Clark Revival“ auf dem Hockenheimring in diesem jahr standen über 500 Teilnehmer in zwölf Rennserien und Präsentationsläufen am Start und boten den Besuchern Motorsport der Spitzenklasse sowie eine einmalige Zeitreise durch Jahrzehnte des Motorsports. Die Sonderausstellung rund um Rennfahrerlegende Jim Clark und sein Weltmeister-Fahrzeug „Lotus 33“, das Treffen historischer Transporter von Rennfahrzeugen mit Teilnahmerekord rundeten den gelungenen Saisonauftakt der Klassik-Szene auf dem Hockenheimring ab. Ergänzt wurde die Veranstaltung durch ein attraktives Markenclub-Areal mit Hunderten von Teilnehmern und die auf einer Rennstrecke weltweit einmalige Designpreis-Vergabe durch die Designschule Pforzheim, Studiengang Transportation Design.

Organisationsleiter Wolfgang Huter zeigte sich am Sonntagabend nach Veranstaltungsende höchst zufrieden, hob die gelungenen Partnerschaften mit Bosch, Allianz und den Partnern hervor und freute sich, den bisherigen Rekord von rund 22.000 Besuchern bekanntgeben zu können: „Es zeigt uns, dass wir mit unserer Themenvielfalt und dem familienfreundlichen Konzept bestens aufgestellt sind. Ebenso konnten wir am Wochenende mit interessanten Rennserien aus England Vorgespräche für 2016 führen.“

Vortrefflichen Motorsport boten in diesem Jahr erneut die beeindruckenden Formel-Fahrzeuge der Serie „BOSS GP“. Das Kürzel steht für Big Open Single Seater, was bedeutet, dass es sich in dieser Klasse um ein Kräftemessen der stärksten Formel-Fahrzeuge der legendären 80er- und 90er-Jahre handelt. Damit ist die BOSS GP eine der weltweit schnellsten Rennserien, was die Fahrer während der Bosch Hockenheim Historic wieder einmal eindrucksvoll unter Beweis stellten. Hier beeindruckte vor allem Klaas Zwart, der mit seinem Dreiliter-Jaguar R5 eine Zeit von gerade einmal 1:26.599 Minuten in den Asphalt brannte.

Die niederländische Youngtimer Touring Car Challenge (YTCC) für Tourenwagen vor 1990 erfreute die Zuschauer ebenfalls durch volle Starterfelder und packenden Motorsport. Ebenso fesselten die Markenduelle BMW gegen Porsche in der Rennserie „DRM Klassik Pokal“.

Als die Teilnehmer des „SuperSportsFestivals“ auf der Start-und-Ziel-Geraden brummten, füllte sich die Sachs-Kurve bis auf den letzten Platz. Durch den Zusammenschluss der Serien „SuperSportsFestivals“ und „Canadian-American Challenge Cup“ bot sich eine beeindruckende Vielfalt an Sportprototypen zwischen zwei Litern und bis zu über acht Litern Hubraum.

An Spannung kaum zu überbieten war einmal mehr der Lauf der Formel Junior-Rennwagen um die „FIA Lurani Trophy“. Alle Fahrer der kleinen Monoposti mit nur 1100 Kubikzentimeter Hubraum demonstrierten höchstes fahrerisches Können. Wie in den Vorjahren dominierten die Brabham BT6.

„Diese Vielfalt an Motorsport zum Anfassen zeichnet die Bosch Hockenheim Historic aus. Besonders das offene Fahrerlager erwies sich als Anziehungspunkt für alle Fans, denn hier lassen sich die faszinierenden Boliden hautnah bewundern. Und auch unser ‚Marktplatz‘ auf dem Boxendach war sehr gut besucht“, erklärte Georg Seiler, Geschäftsführer der Hockenheim-Ring GmbH, erfreut nach diesem Wochenende.

„Das dritte Treffen historischer Transporter von Rennfahrzeugen sowie historischer Servicewagen, erstmals in Kooperation mit dem Porsche Zentrum Mannheim Penske Sportwagenzentrum GmbH ausgetragen, erfreute sich einem großen Zulauf und war mit insgesamt 24 Fahrzeugen europaweit das größte Treffen dieser seltenen Fahrzeug-Spezies“, strahlte Tobias Aichele, Koordinator des Treffens, nach den drei nahezu wetterstabilen Tagen. Zu den Highlights gehörte der Opel Blitz aus dem Porsche-Museum. Diese Rekreation des bekannten Porsche-Renndienstes konnte auch den begehrten Pokal der Design-Hochschule Pforzheim ergattern. Die  Professoren James Kelly und Horst Fügener zeichneten auch dieses Jahr wieder mit ihren Studenten die schönsten Exponate der Kategorien Formel-Fahrzeuge, GT- und Tourenwagen, Sportprototypen sowie historische Transporter aus. Des Weiteren haben Harry Read mit dem Sportprototyp McLaren M8C, Harald Fuchs mit dem Toyota Formel 1 TF 108, den einst Timo Glock steuerte, sowie Michael Kammermann aus der Schweiz mit dem BMW M 1 Procar gewonnen. „Die Bosch Hockenheim Historic ist die einzige Veranstaltung überhaupt, bei der die Ästhetik und das Design von Rennfahrzeugen derart gewürdigt werden“, hob Kelly bei der Preisübergabe hervor.

Nach der Veranstaltung ist vor der Veranstaltung: Das Organisationsteam freut sich jetzt auf die erfolgreiche Fortführung der Bosch Hockenheim Historic – Das Jim Clark Revival im Jahr 2016.

Mehr Informationen zu zur Bosch Hockenheim Historic – Das Jim Clark Revival 2015 sowie alle Ergebnisse erhalten Sie unter www.hockenheim-historic.de.

Fotoserien:

BOSS GP - Hockenheim Historic 2015 , Scuderia Alfa Classico- Hockenheim Historic 2015 , YTTC Car Challenge - Hockenheim Historic 2015 , Raceclub Germany- Hockenheim Historic 2015 , Gentle Driver- Hockenheim Historic 2015 , Dragster Show- Hockenheim Historic 2015 , Fahrerlager- Hockenheim Historic 2015 , Formel Vau uns Super Vau- Hockenheim Historic 2015 , Boxengasse- Hockenheim Historic 2015

2014

Tödlicher Unfall bei der Bosch Hockenheim Historic 2014

Im freien Training der Triumph Competetion und British GTs verunglückte der 69-jährige schottische Rennfahrer Dr. Albert Fleming am Freitag tödlich. Sein Lotus Elan, Baujahr 1963, hatte massiv Öl verloren und war dadurch bei Vollgas, in der Mitte der langgezogenen Parabolica-Kurve, ins Schleudern gekommen. Trotz sofort eingeleiteter Rettungsmaßnahmen durch die Rennärzte erlag er seinen schweren Verletzungen. Die Veranstaltung wurde sofort abgebrochen. Dr. Fleming nahm seit seinem 18. Geburtstag an Rennen in ganz Europa statt und liebte nach Auskunft seiner Fahrerkollegen seinen Sport. Auf Wunsch der Familie und der Rennserie fand die Veranstaltung am Samstag und Sonntag wie vorgesehen statt. Zum Gedenken an Dr. Fleming versammelten sich seine Fahrerkollegen und der Veranstalter  am Samstag zu einer Schweigeminute auf der Rennstrecke.

Mehr unter: Bosch Hockenheim Historic 2014