"Startschuss für die neue Oldtimer-Saison!“

15. Bremen Classic Motorshow widmet sich den 70er-Jahren

Die Bremen Classic Motorshow ist die erste große Klassiker-Messe zu Beginn des Jahres. Für den gelungenen Start in die Saison finden Sie hier alles rund um das Thema Oldtimer: Automobile, Motorräder, Junge Klassiker, Historischen Motorsport, Ersatzteile und Tipps zur Restaurierung. Mit 46.951 qm Ausstellungsfläche in acht Hallen, rund 45.000 Besucher und 650 Ausstellern aus 12 Nationen ist die Bremen Classic Motorshow der Treffpunkt für alle Liebhaber klassischer Fahrzeuge.

Das fachlich anspruchsvolle Publikum, die qualitativ hochwertige Auswahl im Ausstellungsbereich, die besondere Atmosphäre sowie die einzigartigen Sonderschauen für Automobile und Motorräder sind seit Jahren das Erfolgsrezept der Bremen Classic Motorshow. Hier kommen Freunde, Gleichgesinnte, Experten, Sammler und Schrauber zusammen, um in entspannter Atmosphäre das ein oder andere „Benzingespräch“ zu führen.

Die Saison beginnt in Bremen!

Die Bremen Classic Motorshow findet von Freitag bis Sonntag, 2. bis 5. Februar 2017, in allen Hallen der Messe Bremen plus der mobilen Halle 8 statt. Die Hallen sind von 9 bis 18 Uhr geöffnet. Die Tageskarte kostet 16 Euro. Mehr Infos unter www.www.classicmotorshow.de.

Ein Blick in die Schatzkammer

Bremen startet mit Sonderschauen zu Karmann und Zündapp

140 Designstudien, Prototypen und Serienmodelle – die Sammlung von Modellen des legendären Karosseriebauers Karmann im Osnabrücker VW-Werk ist eine wahre Schatzkammer. Diese überwiegend nicht zugängliche Fundgrube an Raritäten öffnet nun ihre Pforten: für Besucher der Bremen Classic Motorshow 2017, die von Freitag bis Sonntag, 3. bis 5. Februar 2017, in acht Hallen der Messe Bremen stattfindet.

„Zwölf Modelle aus Osnabrück werden in der Sonderschau ‚Die Schatzkammer von Karmannʼ zu sehen sein“, sagt der Projektleiter der Bremen Classic Motorshow, Frank Ruge. Etwa ein Adler Diplomat Cabriolet von 1937. Der 1,6 Tonnen schwere Zweitürer war Ende der 1980er ein Geschenk der Belegschaft an den Firmenchef Wilhelm Karmann. Natürlich darf auch das Osnabrücker Erfolgsmodell schlechthin, der VW Karmann Ghia mit Käfer-Motor, bei der Sonderschau nicht fehlen. Allerdings wird in Bremen nicht der Serientyp stehen, sondern das faszinierende Urmodell, das Karmann 1953 ohne Wissen der Wolfsburger von Ghia-Chef Luigi Segre entwerfen ließ. Weiteres Einzelstück: die keilförmige Stilstudie Pik As, die der berühmte Giorgio Giugiaro 1973 als futuristisches Audi-Coupé schuf. Das Unternehmen Karmann, das 2009 in der Insolvenz endete und in Teilen von Volkswagen übernommen wurde, ist heute vor allem als Spezialist für die Fertigung von Cabriolets in Erinnerung. Dass der einstige Kutschenbauer bereits im Jahr 1902 seine erste Automobil-Karosserie präsentierte, ist hingegen weitgehend vergessen.

„Immer die Nase im Wind“ lautete der Slogan der Zündapp-Entwickler. Die 1917 in Nürnberg gegründete Zünder- und Apparatebau-Gesellschaft stieg nach dem Ersten Weltkrieg auf die Produktion von Motorrädern um und wurde neben DKW und NSU zu einem der größten Zweirad-Hersteller der Welt. Das Jubiläum begeht die Bremen Classic Motorshow deshalb mit der Sonderschau „Vom Jedermann zum Weltmeister“. Rund 20 Modelle illustrieren in Halle 1 die Bandbreite des Vollsortimenters: Neben erschwinglichen Maschinen wie der DB 200 Derby, dem sogenannten Bauernmotorrad, wird in Bremen auch die ab 1933 produzierte K 800 gezeigt, ein luxuriöses Reisegefährt zum Gleiten und Cruisen. Ebenfalls zu sehen: der Verkaufsschlager der 1960er und 1970er, die KS 50 Super Sport. „Deren Motorenleistung und Straßenlage, ihr hochgezogener Auspuff, die auffällige Farbgestaltung und viel Chrom machten sie zum Traumgefährt aller 16-Jährigen“, weiß Frank Ruge.

In Bremen werden auch 2017 verschiedene Auszeichnungen verliehen. So vergibt die Fachjury des Forums für Fahrzeuggeschichte (F-Kubik) den „Goldenen Kolben“ für besondere Verdienste um die Fahrzeuggeschichte. Die Experten von F-Kubik zeichnen zudem im Wettbewerb „Spirit of the Show“ Automobile und Motorräder der Bremen Classic Motorshow mit dem „Peter-Cahill-Award“ aus. Apropos Auszeichnung: Prämiert werden auch die originellsten Clubpräsentationen.

Wer für die kommende Oldtimer-Saison noch das passende Gefährt sucht, der könnte etwa bei den internationalen Händlern in den Hallen 4, 5 und 6 fündig werden. Die „Jungen Klassiker“, Modelle von Mitte der 1960er bis Mitte der 1990er Jahre, haben in Halle 6 ihren Stammplatz gefunden. Der TÜV-Rheinland begutachtet die angebotenen Karossen und gibt so Sicherheit beim Kauf eines Klassikers. Bei der Fahrzeugbörse im Parkhaus stehen zahlreiche Oldies von Privat zum Verkauf bereit. Wer auf zwei Rädern unterwegs ist, findet entsprechende Angebote im Foyer der Halle 1. Ersatzteile und Zubehör bietet hingegen der Teilemarkt in Halle 7 sowie in der mobilen Halle 8.

Vom Jedermann zum Weltmeister

100 Jahre Zündapp bei der Bremen Classic Motorshow 2017

Wer über sieben Jahrzehnte stets vorn am Markt ist, muss wissen, was die Kunden wollen. Zündapp war so eine Marke. Die Bayern hatten stets die Nase im Wind. Sonst hätten sie nicht lange ganz oben in den Verkaufsstatistiken gestanden und wären auch nicht einer der ersten Vollsortimenter auf dem Motorradmarkt geworden. Zum 100-jährigen Jubiläum widmet die Bremen Classic Motorshow von Freitag bis Sonntag, 3. bis 5. Februar 2017, in der Messe Bremen der Marke Zündapp eine Sonderschau in Halle 1.

Aber zurück zum Anfang: Anders als viele Konkurrenten kam Zündapp weder aus dem Fahrrad- noch dem Flugzeugbau. Ursprünglich stellte die 1917 in Nürnberg gegründete „Zünder-und-Apparatebau-Gesellschaft mbH“ die Zünder für Granaten her. Nach dem Ersten Weltkrieg führte Mitgründer Fritz Neumeyer das Unternehmen allein fort und hatte die Idee, ein volkstümliches, rationell gefertigtes Motorrad anzubieten.

Ob es einen Lizenzvertrag für den Nachbau der britischen Levis Popular gab, die 1922 mit verstärktem Rahmen als Zündapp Z 22 erschien, ist unklar. Jedenfalls hatte Zündapp sofort ein ausgereiftes Produkt zu einem günstigen Preis. Die Werbung pries die Z 22 als „Motorrad für Jedermann“.

Mit dem Erfolg wuchsen Hubraum und Modellvielfalt, in der Sonderschau steht dafür die S 300. Ein britisch angehauchter 500er-Viertakt-Single sollte ein Solitär bleiben. In der Wirtschaftskrise der frühen 1930er-Jahre entschied sich Neumeyer gegen den Autobau und für eine Palette moderner Motorräder mit gepressten Rahmen.

Die von Richard Küchen entworfenen weich fließenden Linien und samtig laufenden Motoren machten verhinderte Autofahrer glücklich und boten ein Optimum an Funktionalität und Fahrkomfort für den Alltag. Die großen Viertakt-Boxer forderten BMW heraus, die Zweitakt-Singles übertrafen Marktführer DKW an Eleganz. Von der DK 200 über die KKS 500 bis zur K 800 zeigt die Sonderschau coole Maschinen der 1930er-Jahre. Trotz neuer Märkte vergaß Zündapp frühere Kunden nicht. Die DB 200 stand in der Tradition der Z 22 und war so zweckmäßig wie ein Spaten. Den Beinamen „Bauernmotorrad“ trugen die Derbys mit Stolz, jeder Traktor brauchte mehr Zuwendung als die gezeigte DE 200.

Im Krieg baute Zündapp militärisches Hightech, doch 1947 ging es zivil weiter. Die neue Deutsche Mark war knapp und so bot Zündapp mit der DB 203 Handfestes fürs Geld und produzierte bald im Münchner Zweigwerk Mopedmotoren und auch komplette Mopeds wie die Combinette.

Die Bella-Roller glichen ab 1954 Verluste im Motorradbau mehr als aus. Beste Fahreigenschaften auf jedem Terrain waren für Zündapp kein leeres Gerede: Von der Bella bis zum KS 601 Gelände-Gespann war man Konkurrenten dort voraus, wo es grob zuging. Das Abenteuer Kleinstwagen kostete das Unternehmen das Nürnberger Werk, doch in München ging es mit Elan weiter. Die beliebteste 250er der USA kam bis 1964 von Zündapp, die Trophy 250 wird in Bremen ausgestellt.

Nicht nur junge Leute fuhren und fahren auf sie ab, die KS-50-Baureihe ist auch bei der BCM vertreten. Mit der einzigen Limitierung auf 50 Kubikzentimeter baute Zündapp Motorräder und Roller für den Markt der 1960er- und 1970er-Jahre. Gleichzeitig hagelte es Meisterschaftstrophäen und EM-Titel. Im Gelände fuhren Zündapp-Maschinen allen davon.

Der mehrmalige Gelände-Europameister Rolf Witthöft ist auch in Bremen und bringt seine GS 175 mit. Aus den Geländesport-Motorrädern hätten die Münchener etwas machen können. Das Forstmotorrad 175 vom Vorabend des Enduro-Booms zeigt, dass Zündapp hier erstmals zögerte. Die 1977er KS 175 WC und die K 80 von 1982 stehen für die letzten Jahre der Marke. Kräftig und sicher waren sie, allerdings nicht billig – da nützte auch der noch 1984 gewonnene 80-cm³-Weltmeistertitel nichts mehr. Das Münchener Zündapp-Werk schloss im selben Jahr. Die Marke lebt heute durch Fans auf der ganzen Welt weiter. 22 Zündapps aus 60 Jahren repräsentieren die facettenreiche Geschichte in Bremen.

Karmanns unbekannte Schätze

 Sonderschau auf der Bremen Classic Motorshow 2017

Der elegante Damen-Volkswagen Karmann-Ghia. Der „Erdbeerkörbchen“ genannte offene Ur-Golf. Und natürlich das ewige Käfer-Cabrio. Das ist es, was einem zum Namen Karmann einfällt. Der Kenner ergänzt, dass die Karosseriefabrik mit Sitz in Osnabrück auch den skurrilen „Volksporsche“ 914 fertigte, außerdem BMWs herrliche CS-Coupés der 70er-Jahre. Das war’s – glaubt man dem allgemeinen Wissensstand. „Für mehr Erkenntnisse sorgt die Bremen Classic Motorshow von Freitag bis Sonntag, 3. bis 5. Februar, in der Messe Bremen“, verspricht der Projektleiter Frank Ruge.

Nahezu unbekannt ist, dass das 2009 in Konkurs geratene Unternehmen Deutschlands wichtigste markenunabhängige Ideenschmiede für Fahrzeugaufbauten von morgen war. Karmanns Kreativität musste sich selbst vor den großen Feinblech-Couturiers à la Pininfarina oder Bertone nicht verstecken. Vor allem vermied Karmann jahrzehntelang, das Familiensilber der raren und einzigartigen Schöpfungen unters Volk zu streuen. Weshalb die Sammlung des ehemaligen Familienunternehmens, das 2010 größtenteils von Volkswagen übernommen wurde, noch heute erhalten ist – und mit ihren zahlreichen Unikaten zu den spektakulärsten automobilen Schatzkammern weltweit gehört.

Die Bremen Classic Motorshow, traditionell die Eröffnungsveranstaltung jeder neuen Oldtimersaison, gewährt nicht nur einen tiefen Einblick in diese Schatzkammer. Zusätzlich zu den Exponaten der Karmann-Kollektion, die teilweise noch nie öffentlich zu bestaunen waren, präsentiert die Sonderschau weitere seltene Automobile aus der Osnabrücker Manufaktur.

Deren Geschichte reicht 115 Jahre zurück – bis ins Jahr 1901, in dem Wilhelm Karmann einen Kutschen- und Wagenbaubetrieb übernommen hatte. Ein Jahr darauf fertigte er seine erste Motorwagen-Karosserie. Einer der ganz wenigen überlebenden Zeitzeugen dieser Ära ist der Dürkopp 8/18 PS Doppelphaeton von 1910, das älteste Automobil der Sonderausstellung.

Bereits damals gehörten viele Automarken zu Karmanns Klientel, etwa die Adler-Werke in Frankfurt am Main. Spitzenmodell war ab 1936 der stattliche Adler Diplomat, dessen wunderschöne Cabriolet-Version von Karmann karossiert wurde. Ehrensache, dass die Sonderschau mit diesem faszinierenden Luxusfahrzeug aufwartet. Ein paar Klassen bescheidener, aber umso entzückender ist der 1939er Ford Eifel Roadster mit Karmann-Aufbau, der Anfang Februar in Bremen vorfährt.

Die Nachkriegsjahre läutet eine echter Mythos ein: der hochmodern gestaltete Hanomag Partner, mit dem der Nutzfahrzeughersteller 1951 in den Personenwagenbau zurückzukehren plante. Das Vorhaben wurde verworfen, alle 20 bei Karmann gefertigten Prototypen verschrottet … hieß es jahrzehntelang. Tatsächlich entkam ein einziger Vertreter der Schrottpresse – und ist in Bremen als einzigartiges Original erlebbar.

In der folgenden Epoche prägten Sonderaufbauten für Volkswagen das Portfolio des Osnabrücker Karossiers. Die Serienmodelle sind bestens bekannt. Nicht jedoch die entsprechenden Studien und Prototypen, die im Scheinwerferlicht der Sonderschau stehen werden. Der formale Archetyp des VW Karmann-Ghia von 1953, der im Konzeptstadium verworfene „Coupé-Käfer“ (1962), der „große Karmann“ Typ 34 als 1965er Einzelstück 1600 TL mit Fließheck, die exotische Sportwagen-Stilstudie Typ 1 Cabriolet von 1965. Diese und weitere kaum bekannte Denkmodelle, die Karmann einst für seinen Großkunden kreierte, dürfen an der Weser endlich bewundert werden.

Daneben sorgen ein paar Exponate für Überraschungsmomente ganz anderer Art; wer weiß schon, dass Karmann damals auch für Volkswagens größten Konkurrenten Opel arbeitete? Zeugnisse sind die Cabrio-Prototypen der Opel-Typen Commodore (1967) und Manta (1970) – neben dem ehemals schnellsten deutschen Serienauto, dem extrem seltenen Opel Diplomat Coupé von 1965, der ebenfalls das Prädikat „Made in Osnabrück“ trägt. Der „Pik As“, die 1973 gestaltete Vision eines rassigen Audi-Sportcoupés, bildet schließlich das chronologische Finale des Feuerwerks.

 

 Oldtimer-Fans stürmen die Messe Bremen

Ob mit Patina oder auf Hochglanz poliert – Schönheiten auf zwei und vier Rädern mit vielen Jahren auf dem Buckel locken seit Freitag, 3. Februar 2017, wieder Scharen von Liebhabern in die Messe Bremen zur Bremen Classic Motorshow. Die beiden Sonderschauen widmen sich dem Karosseriebauer Karmann und der Zweiradschmiede Zündapp. Und dem Titel „Her mit den kleinen Engländern“ finden Einsteiger in die Oldtimer-Leidenschaft vergleichsweise günstige britische Flitzer. Im Bereich Junge Klassiker sind unrestaurierte Klassiker aus den 1960er- bis 1990er-Jahren zu sehen und zu erwerben.

Die Bremen Classic Motor dauert noch bis Sonntag, 5. Februar 2017, und ist täglich von 9 bis 18 Uhr geöffnet. Sie findet in allen sieben Hallen der Messe Bremen sowie der mobilen Halle 8 auf dem Freigelände statt. Das Ticket kostet 16 Euro.

Im Folgenden erste Impressionen der diesjährigen Bremer Messe.

Hier gibt es die Fotos der Messe 2017:

Impressionen der Messe 2017 , Fotos der Zweiräder 2017

Es war uns ein Fest! :

Hier gibt es die Fotostrecke der Bremen Classic Motorshow 2016

Hier gibt es die Fotostrecke der Bremen Classic Motorshow 2015

Hier gibt es die Fotostrecke der Bremen Classic Motorshow 2014

Hier gibt es die Fotostrecke der Bremen Classic Motorshow 2013

Hier gibt es die Fotostrecke der Bremen Classic Motorshow 2012