"Einfach Keil!“

14. Bremen Classic Motorshow widmet sich den 70er-Jahren

„Die 70er: Einfach keil“ – so lautet das große Thema der Bremen Classic Motorshow 2016, die von Freitag bis Sonntag, 5. bis 7. Februar, in acht Hallen der Messe Bremen stattfindet. 2015 zeigte die Sonderschau die geschwungenen GT-Formen der Pininfarina-Linie. Mit Beginn der 70er-Jahre springen die italienischen Designer um Bertone und Co. direkt aus der Nachkriegsära in die Zukunft: Schrille Farben, glatte Flächen und harte Kanten sind die Maxime des radikalen Autodesigns. Der in Serie produzierte Lamborghini Countach ist ein klassischer Vertreter der neuen Keilform. Dass sich auch die deutschen Entwickler mit den revolutionären Linien beschäftigten, zeigen die Concept-Modelle von Mercedes (C 111) und BMW (Turbo X1). „Die Karossen wirken so komplett anders als alles, was man bis dato kannte. Noch heute sehen sie wie Fahrzeuge aus der Zukunft aus“, sagt der Projektleiter der Bremen Classic Motorshow, Frank Ruge.

Spektakulär waren die 70er auch im Motorradbereich, hier waren es die Japaner, die mit Macht den Markt aufmischten. Schon Ende der 50er-Jahre wurde mit Modellen wie der Yamaha YDS 1 und der Honda CB 72 die Neuausrichtung der japanischen Motorradindustrie auf das Exportgeschäft in Angriff genommen. „Aber erst mit Beginn der 70er-Jahre produzierten Honda, Suzuki, Yamaha und Kawasaki wahre Erfolgsmaschinen“, erklärt Ruge und verspricht den Besuchern in der Sonderschau Serienmodelle, aber vor allem klassische japanische Rennmaschinen wie die Suzuki TR750 und die elf-e Honda RSC. Die Motorradfans dürfen sich auf weitere japanische Originale aus der Zeit von 1968 (Yamaha TD2) bis in die 80er-Jahre (Kawasaki ZXR-7) freuen.

Die Fachjury von F-Kubik prämiert 2016 im Wettbewerb „Spirit of the Show“ Automobile und Motorräder der Bremen Classic Motorshow mit dem „Peter-Cahill-Award“. Der „goldene Kolben“, der Preis für besondere Leistungen zur Dokumentation der Fahrzeuggeschichte, geht im nächsten Jahr an den Publizisten Karl Ludvigsen. Darüber hinaus werden die originellsten Clubpräsentationen ausgezeichnet. Apropos Clubs: Diese sind wie gewohnt mit großen Engagement in der Halle 2 vertreten und setzen Fahrzeuggeschichte eindrucksvoll in Szene.

Potenzielle Käufer könnten unter anderem bei den internationalen Händlern in den Hallen 4, 5 und 6 fündig werden: In Halle 6 haben zudem die „Jungen Klassiker“ ihren Stammplatz gefunden. Der TÜV-Rheinland begutachtet die angebotenen Karossen und gibt so Sicherheit beim Kauf eines Klassikers. Im Parkhaus stehen bei der Fahrzeugbörse zahlreiche Automobile von Privat zum Verkauf bereit. Ersatzteile und Zubehör finden Besucher hingegen in der Halle 7 sowie in der mobilen Halle 8, die seit 2013 für noch mehr Ausstellungsplatz sorgt.

Die Bremen Classic Motorshow findet von Freitag bis Sonntag, 5. bis 7. Februar 2016, in allen Hallen der Messe Bremen plus der mobilen Halle 8 statt. Die Hallen sind von 9 bis 18 Uhr geöffnet. Die Tageskarte kostet 16 Euro. Mehr Infos unter www.www.classicmotorshow.de.

Japan: Attacke!

Die Bremen Classic Motorshow 2016: Die Modelle der Sonderschau Motorrad

Die Geschichte der japanischen Motorräder ist anspruchsvoll – und aggressiv: Schnell und innovativ war die Entwicklung der Modelle, die den internationalen Markt ab den 1960er-Jahren überfluteten. Die Bremen Classic Motorshow bietet vom 5. bis 7. Februar 2016 unter der Überschrift „Japan: Attacke!“ eine Sonderschau mit 15 Motorrädern aus Japan. „Wir zeigen eine bunte Palette, zusammengestellt aus frühen Straßenmodellen und zahlreichen Werksrennmaschinen“, sagt Frank Ruge, Projektleiter der Bremen Classic Motorshow.

Die Honda C 77 beispielsweise wartete 1959 noch mit dem zeitgenössischen Erscheinungsbild eines Tourenmotorrads auf, doch ihr 305 ccm-Zweizylindermotor zeigte hochmoderne Details. Yamaha begann 1959 mit der YDS 1 die Reihe sportlich wirkender 250 ccm-Zweitakt-Zweizylinder, sogar in der 100 ccm-Klasse setzte man 1966 bei der YL 1 auf Zweizylinder. Mit dieser Motorenbauart kam die Marke zu großen Rennerfolgen. Die Yamaha TD 2 brachte beispielsweise Lothar John 1968 die Deutsche Meisterschaft in der 250 ccm-Klasse ein.

Mit einem wassergekühlten Dreizylinder-Zweitaktmotor überraschte Suzuki die Motorradfreunde. Als Tourenmodell gedacht, wurde jedoch auch eine Rennmaschine für die neue 750 ccm-Klasse daraus abgeleitet. Die Werksmaschine von 1975 fuhr John Newbold. Ebenfalls vom Serienmodell leitete Honda die Werksmaschine für die Langstrecken-Weltmeisterschaft ab: Die RCB mit dem hochgezüchteten Spezialmotor setzte Roland Eckert 1976 mit den Fahrern Helmut Dähne und Egid Schwemmer ein.

Suzuki ließ für die Grand Prix-Rennen um den Weltmeistertitel einen Zweitakt-Drehschiebermotor mit vier im Quadrat angeordneten Zylindern folgen. Werksfahrer Graeme Crosby siegte 1980 bei der Senior-TT auf der Isle of Man mit dieser XR 34.

Aus einer französisch-japanische Kooperation entstanden die Elf-Hondas, die in den 1980er-Jahren Fahrwerks-Konzepte mit Formel 1-Anleihen zeigten. Die Elf-e kam bei Langstreckenrennen zum Einsatz. Yamaha brachte eine ähnliche Vorderradaufhängung 1986 in Serie, auf dieser Basis wurde die FZR für das Acht-Stunden-Rennen von Suzuka präpariert. Kawasaki hatte im Serienprogramm in den 1970ern mit Dreizylinder-Zweitaktern für Furore gesorgt, die Weltmeistertitel in den 1980ern holte man mit Tandem-Zweizylindern in der 250 und 350 ccm-Klasse.

Mit der Einführung der Superbike-Weltmeisterschaft konnten die japanischen Hersteller entsprechende Rennversionen ihrer sportlichsten 750 ccm-Vierzylinder an den Start bringen. Honda hatte mit der RS 750 bereits 1984 eine V-Vierzylinder-Werksrennmaschine auf der Isle of Man im Einsatz, Kawasaki setzte auf Reihenvierzylinder. Die ZXR 7 fuhr ab 1988 als Superbike wie als Langstrecken-Rennmotorrad.

Die Bremen Classic Motorshow findet von Freitag bis Sonntag, 5. bis 7. Februar 2016, in allen Hallen der Messe Bremen plus der mobilen Halle 8 statt. Die Hallen sind von 9 bis 18 Uhr geöffnet. Die Tageskarte kostet 16 Euro. Mehr Infos unter www.www.classicmotorshow.de.

Fotos zu den einzelnen Exponaten finden Sie hier: www.messe-bremen.de

Kantige Träume auf vier Rädern

Bremen Classic Motorshow Bremen Classic Motorshow präsentiert Keilform-Mode der 1970er-Jahre

Am Anfang war der Keil – das werden nach der Oldtimer-Saison 2016 nicht nur Steinzeitforscher, sondern auch viele Liebhaber alten Blechs wissen: Die Bremen Classic Motorshow, die von Freitag bis Sonntag, 5. bis 7. Februar 2016, in der Messe Bremen stattfindet, widmet ihre Sonderschau diesmal der Keilform-Mode im Automobildesign. „Die 70er: einfach Keil“ – unter diesem Motto zündet die Messe Bremen ein Feuerwerk spektakulärer Sportwagen, die jenen im wahrsten Wortsinn schrägen Zeitgeist schufen.

Zu den Stars der Ausstellung zählen die Konzeptstudien Mercedes-Benz C-111 und BMW Turbo, die in den frühen 1970er-Jahren als absolute Traumautos aller Generationen galten – ob als unerfüllbare Verheißung auf den Titelseiten der Automagazine oder maßstabsgerecht verkleinert im Kinderzimmer. Dass die mehr als 40 Jahre alten Flügeltüren-Legenden auf der Bremen Classic Motorshow erstmals als Originale gemeinsam live erlebbar sind, hat für Fans beider Idole ungefähr den Stellenwert, als würden Freddie Mercury und Mick Jagger gemeinsam abrocken.

Vorn flach und spitz, hinten hoch und stämmig, dazwischen eine Kür ansteigender Kanten – so sah sie aus, die futuristische Auto-Silhouette, die Anfang der Siebziger als greifbare Zukunft der Achtziger verkauft wurden. Die Turiner Styling-Schmiede Bertone keilte als erste aus, Chefdesigner Marcello Gandini wurde 1968 zum Urvater der schroffen Formsprache. Giorgetto Giugiaro, Gandinis Vorgänger bei Bertone und Gründer von ItalDesign, keilte dagegen – worauf sich die beiden Kontrahenten, die heute zu den größten Autodesignern aller Zeiten zählen, mit immer radikaleren Schaustücken einen aufsehenerregenden Kampf um die Krone der Keilform lieferten. Manche der Schaustücke aus den Federn Gandinis und Giugiaros entwickelten sich zu Prototypen serienmäßiger Traumautos – von denen vier Raritäten für die Sonderausstellung gesetzt sind: Lamborghini Countach, Maserati Khamsin, Lotus Esprit und Lancia Stratos.

Dass das Keil-Styling nicht nur ein Privileg flacher Super-Sportwagen war, zeigt der Aston Martin Lagonda als einziger Viertürer der Sonderschau: Der weltweit teuerste Serienwagen der Spätsiebziger steht so flach und kantig auf den Rädern, dass deren kreisrunde Formen wie stilistische Störsender wirken. 1976 brachte der Lagonda pure Science-Fiction auf die Straße – und einer faszinierten Fangemeinde die Gewissheit, dass dereinst alle Limousinen so aussehen würden.

Doch daraus wurde bekanntlich nichts: In den Marketing-Etagen der Automobilindustrie wurde die uniforme Gesichtslosigkeit der Modelle, die entweder müde aus Sehschlitzen oder dank Schlafaugen gar nicht auf den Asphalt blinzeln, immer lauter bemäkelt. Dass eine keilförmige Karosserie zwar einen annehmbaren Kompromiss zwischen Rasanz und Raumökonomie darstellt, das lange behauptete Aerodynamik-Ideal jedoch weit verfehlt, tat als späte Erkenntnis ein Übriges, um die Mode zu überholen. Immerhin spricht die strömungstechnische Perfektion in Gestalt eines Wassertropfens eher für das Gegenteil der Keil-Theorie.

Heute, rund vier Jahrzehnte später, steht die Keilform als Sinnbild für eine der bedeutendsten Design-Epochen im Automobilbau. Womit sie als Sonderschau-Thema für die Bremen Classic Motorshow 2016 eine logische Fortsetzung des Vorjahres darstellt: Bei der begeistert aufgenommenen Sonderausstellung 2015 hatte die geschwungene Eleganz des italienischen Automobildesigns aus den 1950er- und 1960er-Jahren im Fokus gestanden. Jetzt kommen „Die 70er: einfach Keil“ – mit elf faszinierenden Traumauto-Klassikern, denen die einstige Symbolform für Tempo und Durchschlagskraft ins Blech geschrieben steht.

Nicht so schräg, aber mindestens genauso revolutionär ist die Sonderschau der Zweiräder in der ÖVB-Arena zu bewerten. Unter dem Titel „Japan: 攻撃“ (auf deutsch „Japan: Attacke“) werden vor allem Rennmaschinen wie die Suzuki TR 750 und die elf-e Honda RSC gezeigt. Weitere Originale aus der Zeit von 1968 (Yamaha TD2) bis in die 80er Jahre (Kawasaki ZXR-7) unterstreichen die Wucht der japanischen Motorrad-Revolution.

Neben den spektakulären Keilen und den revolutionären Japanern erwartet die Besucher eine Auswahl von TÜV-geprüften „Jungen Klassikern“ in Halle 6, eine private Fahrzeugbörse mit über 200 Oldtimern im Parkhaus und eine große Anzahl an Ersatzteilen und Automobilia an über 250 Teilemarkt-Ständen.

Die Bremen Classic Motorshow findet von Freitag bis Sonntag, 5. bis 7. Februar 2016, in allen Hallen der Messe Bremen plus der mobilen Halle 8 statt. Die Hallen sind von 9 bis 18 Uhr geöffnet. Die Tageskarte kostet 16 Euro. Mehr Infos unter www.www.classicmotorshow.de.

BU: Ein Traumauto aller Generationen in den 1970-er Jahren: Der BMW Turbo, zusehen auf der Bremen Classic Motorshow von Freitag bis Sonntag, 5. bis 7. Februar 2016.

Und sonst?

 Ein Brezel-Käfer und vier weitere Originale

Für Oldtimer-Fans wird es ein Feiertag, für Käfer-Enthusiasten fallen Weihnachten und Ostern auf einen Tag: Im Rahmen der Bremen Classic Motorshow 2016 präsentiert die Messe Bremen in Halle 5 nebeneinander fünf originale Käfer, die für die unglaubliche Erfolgsgeschichte dieses VW-Klassikers stehen. Vorne weg ist der Brezel-Käfer aus dem Jahr 1951 zu nennen. Die Volkswagen Stiftung hat die Originalität der Brezel, die über 40 Jahre in einer Allgäuer Scheune vergessen worden war, bestätigt. Es dürfte sich um einen der besten und originalsten Käfer dieser heute sehr seltenen Baureihe handeln.

Eine Augenweide ist auch der aufwendig in den Niederlanden restaurierte Ovali-Käfer aus dem Jahr 1954. Eine lückenlose Dokumentation kann der mausgraue Käfer aus dem Jahre 1963 vorweisen. In Abgrenzung zu den Folgemodellen ist dieser Käfer in Fachkreisen unter dem Titel Dickholmer bekannt. Die Auszeichnung „Original“ verdient auch der atlasweiße 1303er-Käfer. Das in Belgien gebaute Fahrzeug wurde im Oktober 1974 in Dortmund erstmals zugelassen und kann mit einigen Extras wie einem linken Außenspiegel sowie einem Stahlkurbelschiebedach mit Windabweiser aufwarten. Komplettiert wird das Quintett durch einen Jubiläums-Käfer aus dem Jahr 1985. Dieser aus Mexiko importierte Käfer ist dem Auslieferungszustand so nah, das selbst die Original-Folien mit dem Schriftzug „50-Jahre-Käfer“ noch darauf warten, aufgeklebt zu werden – wenn der Werkswachs mal endlich entfernt würde. Und wer einen dieser fünf Raritäten kaufen möchte, kann ein entsprechendes Gebot abgeben.

Es war uns ein Fest! :

Hier gibt es die Fotostrecke der Bremen Classic Motorshow 2016: Messe , Zweiräder , Einfach Keil

Hier gibt es die Fotostrecke der Bremen Classic Motorshow 2015

Hier gibt es die Fotostrecke der Bremen Classic Motorshow 2014

Hier gibt es die Fotostrecke der Bremen Classic Motorshow 2013

Hier gibt es die Fotostrecke der Bremen Classic Motorshow 2012