Mit italienischer Eleganz in die Oldtimer-Saison

Bremen Classic Motorshow präsentiert Schönheiten auf zwei und vier Rädern

Die Sonderschauen zum Thema „Wirtschaftswunder“ bescherten Frank Ruge, Projektleiter der Bremen Classic Motorshow, im Jahr 2014 einen großartigen Erfolg: 45.186 Besucher aus vielen Ländern Europas feierten in Bremen den Start in die Oldtimersaison. Daran will Ruges Team von Freitag bis Sonntag, 6. bis 8. Februar 2015, anknüpfen. „Im Grunde genommen erzählen wir die Geschichte weiter – noch ausführlicher und unter anderen Aspekten –, denn wir stellen unsere Sonderschauen dieses Mal unter das Motto ‚Italienische Eleganz‘“, kündigt Frank Ruge an. „In der Nachkriegszeit waren die Arbeitskräfte in Italien vergleichsweise billig, es gab viel kreatives Potenzial und die Menschen sehnten sich nach schönen Dingen. So wurden Traumautos produziert wie der Cisitalia 202 Pininfarina von 1947, der Lancia Aurelia GT von 1951 oder der Alfa Romeo Giulietta Spider von 1955.“ Natürlich zieht sich das Motto auch im Motorradbereich wie ein roter Faden durch die Ausstellung. Hier sind Prototypen, straßenzugelassene Motorräder und Rennmaschinen von 1947 bis 1994 zu sehen: zum Beispiel eine MotoMajor von 1948, eine Ducati Elite von 1955 oder eine MV GP 350 von 1960.

Auch sonst sind allerhand Neuigkeiten zu vermelden. Eine Sonderschau zum Thema Motorroller der 50er- und 60er-Jahre, die Vortragsbühne und einige Motorradclubs präsentieren sich nun auf dem Oberdeck der ÖVB-Arena. Sie nutzen damit jeden Zentimeter des Messegeländes zum Gewinn der Besucher, die auch gleich auf dem zweiten Oberdeck das Race-Café finden werden – in kernigem Motorrad-Ambiente und bei Betrachtung einer Ausstellung des Künstlers Horst A. Friedrichs kann hier eine kleine Pause eingelegt werden.

Im Übrigen präsentiert sich die Bremen Classic Motorshow noch ein bisschen größer als zuvor: Sie belegt nun auch beide Oberdecks des Foyers der ÖVB-Arena und sämtliche Hallen der Messe Bremen. Für noch mehr Ausstellungsplatz sorgt die mobile Halle 8, die bereits 2014 Premiere feierte. 650 Aussteller aus zwölf Nationen bringen käufliche Oldtimer aus allen Zeiten des Automobilbaus mit. Auch Motorräder und Ersatzteile in Hülle und Fülle sind zu kaufen.

Der richtige Schwung

Die Bremen Classic Motorshow zeigt elegante italienische Motorräder

Sprichwörtliches italienisches Temperament, schwungvoller Auftritt und Ausdruck spiegeln sich in vielen Motorrädern wieder, die auf Zeichentischen und in Werkshallen südlich der Alpen entstanden. Mit der Sonderschau „Design und Rennen“ bietet die Bremen Classic Motorshow von Freitag bis Sonntag, 6. Februar bis 8. Februar 2015, in der Messe Bremen eine reizvolle Gegenüberstellung von besonderen Designerstücken aus dem Motorradbau mit spektakulären Rennmaschinen. Diese Zweiräder mögen zwar dem Streben nach Leistung und Geschwindigkeit untergeordnet gewesen sein, zeigten aber doch eine erstaunliche Vielfalt an Erscheinungsformen.

Stromlinie war angesagt – der deutsche Begriff fand in den 1930er-Jahren Verbreitung –, als sich fließende Linien und Tropfenformen vermehrt bei Automobilen, Flugzeugen und zaghaft an Motorrädern zeigten. Konsequent ging die Firma Miller in Mailand vor: Zunächst wurde ein Leichtmotorrad durch tief geschwungene Kotflügel und eine komplett verkleidete Antriebseinheit aufgewertet. Dann ließ Firmenchef Ernesto Balsamo 1939 einen Paukenschlag folgen: Sein 200-Kubikzentimer-Motor war nun in einer selbsttragenden Blechkarosserie montiert, die Wetterschutz und modernste Stromlinien-Formgebung verband. Als die Miller-Balsamo nach dem Zweiten Weltkrieg wieder in Produktion ging, feierte 1948 die noch wesentlich extravagantere Moto Major und damit eine neue Konkurrenz ihren viel bewunderten Auftritt.

Konstrukteur Salvatore Maiorca und der Flugzeugsparte von Fiat gelang es, auffallende Eleganz und zahlreiche technische Neuerungen zu vereinen – doch ließen sie es bei nur zwei Prototypen bewenden. Die Konkurrenten in der Flugzeugbranche hingegen waren erfolgreicher: Neben dem Vespa-Roller von Piaggio wandte sich auch Aermacchi den Zweirädern zu und ließ eigenen Motorrollern 1955 die Chimera folgen – abermals ein Motorrad mit aufwendigen Verkleidungsblechen im aktuellen Stil von US-Automobilen, Zweifarben-Lackierung und viel Chrom.

Die Firma Ducati befand sich zwar lange Zeit unter staatlicher Verwaltung in Bologna, genoss aber trotzdem immer wieder gewisse Freiheiten. Sie setzte auf sportliche Motorräder und ging dabei eigene Wege in der Formgebung einzelner Komponenten und auffälligen Lackierungen. Auf der Sonderschau ist die Marke mit sehr unterschiedlichen Beispielen aus diesen Jahren vertreten: angefangen vom Einzylinder Elite 200, mit der für Ducati lange Zeit typischen Königswellen-ohc-Ventilsteuerung, über den V-Zweizylinder in der 750 GT von 1971, hier in Form der allerersten fertiggestellten Serienversion, bis hin zum gefeierten Schritt in die Neuzeit mit der Ducati 916 von 1994. Diese stellte die unbestrittene Meisterleistung des kürzlich verstorbenen Motorraddesigners Massimo Tamburini (Mitbegründer der Marke Bimota) dar.

Zu den seit den 1920er-Jahren erfolgreichen Rennmaschinen von Moto Guzzi mit dem charakteristisch liegenden Zylinder gab es 1947 mit der Parilla einen neuen Konkurrenten – diesmal mit stehendem Zylinder nach englischem Muster. Als „schnell wie die Feuerwehr“ bezeichneten die Briten ehrfürchtig die dominierenden Vierzylinder-Werksrennmaschinen von Gilera und MV Agusta. Beide wiesen rote Benzintanks auf und waren ein ebenso kostspieliges Hobby wie ein Prestigeduell der beiden Firmeninhaber Giuseppe Gilera und Domenico Agusta.

Stellvertretend auf der Messe zu sehen sind eine MV Agusta 350 aus den Jahren 1956 bis 1960, von John Surtees zu drei Weltmeistertiteln gefahren, und eine Gilera 500 von 1957, die 1963 für ein Comeback mit den Fahrer Phil Read, John Hartle und Derek Minter nochmals eingesetzt wurde. Hinzu kommen mit der Linto 500 (liegender Zweizylindermotor), einer Paton (stehender Zweizylinder) und der Ducati 500 GP (V-Zweizylinder) komplett unterschiedliche Konzepte als weitere Beispiele für italienischen Einfallsreichtum und Rennsportpassion.

Die Cisitalia-Linie von Pinin Farina macht Schule

Bremen Classic Motorshow 2015: Italienische Eleganz

Keine Frage: Die flache und fließende Form des Cisitalia 202 Gran Sport, die in einer norditalienischen Carrozzeria nach dem Design von Pininfarina ab 1946 gebaut wurde, ist der Beginn des modernen Automobildesigns. Viele Autobauer nahmen die selbsttragende Karosserie, die runde GT-Form und das Fließheck auf, das durch seinen in einer durchgängigen Linie integrierten Kofferraum besticht – ein weltweit nachhaltiger Erfolg. Die Bedeutung des Entwurfs von Pininfarina für die Automobilgeschichte und die Interpretationen seiner Kollegen wie Zagato, Boano oder Bertone wird die Sonderschau „Italienische Eleganz“ auf der Bremen Classic Motorshow von Freitag bis Sonntag, 6. bis 8. Februar 2015, widerspiegeln.

Der Reihe nach: Der kleine Sportwagen Cisitalia 202 wird 1946 beim Concours in Villa d‘Este mit der Goldmedaille prämiert. Technisch war kurz nach dem Krieg noch nicht viel passiert, glänzende Materialien wie Chrom waren knapp oder nicht vorhanden. Der Schnitt der Karosserie war aber überzeugend modern – Pininfarina traf damit den Nerv der Zeit, denn nach Jahren der Entbehrung sehnten sich die Menschen nach etwas Neuem und Schönem. Schon 1951 wird der Pininfarina-Entwurf des Cisitalia endgültig geadelt: Das Museum of Modern Art nimmt ein rotes Exemplar in seine Sammlung auf, wo es bis heute für eine Designqualität steht, die aus dem Prinzip der Knappheit resultiert.

Die Sonderschau im Rahmen der Bremen Classic Motorshow wird unter anderem drei Alfa-Romeo-Modelle von verschiedenen Designern aus den Jahren 1954 bis 1963 präsentieren, die die fließenden Formen des Cisitalia 202 PF Coupés aufnehmen und interpretieren: Auf der Sonderfläche in Halle 5 sind die Giulia SS von Bertone (1963), die Giulietta SZ von Zagato (1960) und der Alfa Romeo 200 Sportiva wieder von Bertone (1954) zu sehen.

Die Lancia Aurelia GT B20 von Boano (1952), die Lancia Flaminia Sport von Zagato (1960), der Fiat 8V aus dem hauseigenen Studio (1954) und der Fiat Abarth 750 GT von Zagato (1957) verdeutlichen, dass das moderne Design des Cisitalia auch für eher im Straßenalltag übliche Karossen der 1950er- und 1960er- Jahre hoch im Kurs stand. Messe-Projektleiter Frank Ruge holt aber auch aus dem Segment der Luxusautos Beispiele für die stilbildende Kraft des Pininfarina-Designs nach Bremen. Einen passenden Ferrari 250 und einen Aston Martin DB 2/4 hat er bereits fest im Blick.

Sprichwörtliches italienisches Temperament, schwungvoller Auftritt und Ausdruck spiegeln sich auch in der diesjährigen Motorradsonderschau wieder. Unter dem Motto „Design & Race“ werden besondere Designerstücke und spektakuläre Rennmaschinen gegenüberstellt.

Wie aus der Not eine Tugend wurde

 Italienisches Motorrollerdesign auf der Bremen Classic Motorshow

Sie waren aus der Not geboren und angeregt durch die vom Himmel gefallenen Klapp-Motorroller der alliierten Fallschirmjäger: Als die Vespa der italienischen Firma Piaggio in den 1950er-Jahren den Markt eroberte, wurde das einstige Nischenprodukt „Motorroller“ zu einem weltweiten Verkaufsschlager. Dabei war aller Anfang schwer: Italien war nach dem verlorenen Krieg bettelarm, doch der Wunsch nach Mobilität wuchs. Die Bremen Classic Motorshow holt in einer Sonderausstellung den Siegeszug des italienischen Motorrollerdesigns der Nachkriegszeit von Freitag bis Sontag, 6. bis 8. Februar 2015, in die Messe Bremen.

 

Die Sonderschau zeigt insgesamt 13 Roller, elf davon steuert die Familie Krüger aus Rüdesheim bei. Zu sehen sind unter anderem drei sehr unterschiedliche, aber charakteristische Modelle aus der Zeit: Die Vespa A von Hoffmann Liz. Piaggio (1950–1951) beispielsweise spiegelt den frühen Aufbruch in das Rollerzeitalter wider. Die Vespa 125 N (1957–1959) zeigt eine für Fahrzeuge ungewöhnliche Sitzrichtung des Sozius – nämlich quer zu Fahrtrichtung. Schließlich rundet die Innocenti DL 200 (1969–1971), die letzte, innovative Lambretta mit zeitlosem Design von Nuccio Bertone, den zeitlichen Reigen der Sonderschau ab. Diese Maschine steuert der Präsident des Lambretta Club Deutschland Markus Fröschen bei.

Von Anfang an: Mit dem Auftrag, ein einspuriges Transportmittel herzustellen, das so komfortabel wie möglich und wirtschaftlich wie nötig war, entwickelte der Flugzeugingenieur Corradino D’Ascanio kurz nach dem Zweiten Weltkrieg ein ziviles Produkt für das Unternehmen Piaggio, das zuvor Flugzeuge und Eisenbahnwagen produziert hatte. D’Ascanio war kein Motorradfreund, er baute ein „Damenfahrrad für verhinderte Autofahrer“: Wie im Auto sollte man auf dem Roller in Rock, Mantel oder Soutane fahren können. Der Direktantrieb sparte auf Kosten des Handlings Geld, Wartung und Gewicht. Reifenpannen verloren ihren Schrecken und Hände wie Füße blieben beim Schalten und Kuppeln, wo sie waren.

Enrico Piaggio nannte die Konstruktion „Wespe“, sprach von „schmaler Taille und runden Hinterbacken“. Die robuste und elegante Vespa kam Fertigungstechnologen und Kunden mit schmaler Börse gleichermaßen entgegen. Und obwohl Motorradkenner gegen die instabile Vespa wetterten, fuhren sich die Kunden auf die nervöse Lenkung und den kurzen Radstand bestens ein.

Andere Hersteller ließen nicht lange auf sich warten. Der Ingenieur Pierre Luigi Torre schuf für Ferdinando Innocenti mit der Lambretta den Gegenentwurf zur Vespa: Rohrrahmen und Fußschaltung zeigten zwar in Richtung Motorrad, doch die kleinen Räder und der Durchstieg machten die Lambretta zum Roller. Innocenti stachelte ab 1947 Piaggio an und umgekehrt.

Neben Unterschieden in der Technik gab es auch welche in der Fortschreibung des Designs: Während die Vespa sich formal stets treu blieb und mal mit breiteren und mal mit schmalem Po bestach, präsentierte die zunächst nackte Lambretta bald New Look über dem Rahmen, um immer wieder aktuelle Designs zu repräsentieren. Auch das technische Konzept wurde Mitte der 1950er-Jahre verändert: vom fixen Motor mit Wellenantrieb zur Triebsatzschwinge mit Kette. Blechpäpste wie Nuccio Bertone stylten so die Lambretta-Modelle.

Das italienische Roller-Design der 1950er- und 60er-Jahre gab weltweit den Ton an. Es sollte der populären Fahrzeuggattung neben aller Nützlichkeit Charme und Identität verleihen. Während die Vespa als sexy galt, wurde die Lambretta eher als cool empfunden. Die anderen Hersteller bemühten sich, ebenfalls den formalen Schliff anzubieten, der den beiden Topmarken eigen war.

Im Spannungsfeld zwischen Rollern und den immer erschwinglicheren Kleinwagen von Fiat wurde der italienische Motorradmarkt ab 1956 zerrieben. Die Motorradfirmen wollten darum auch ein Stück vom Markt für Roller. So finden sich plötzlich Namen wie Gilera, Laverda und Ducati auf dem Blech italienischer Roller.

Die dominante Vespa, die technisch stets ausgefeilte Lambretta und die Mitbewerber aus großen Motorradhäusern bilden das Dutzend, an dem die Entwicklung italienischen Designs in zwei Dekaden erkennbar wird. Roller spiegelten und setzten nicht nur die Trends: Sie waren eine klassenloses Transportmittel und Gegenstand des italienischen kollektiven Bewusstseins.

Sprichwörtliches italienisches Temperament, schwungvoller Auftritt und Ausdruck spiegeln sich auch in der diesjährigen Motorradsonderschau wider. Unter dem Motto „Design & Race“ werden besondere Designerstücke und spektakuläre Rennmaschinen gegenüberstellt. „Italienische Eleganz“ heißt es hingegen bei der Autosonderschau mit Schönheiten wie dem Cisitalia 202 von Pinin Farina, dem Alfa Romeo 2000 Sportiva (1954) oder der Giulia SS (1963). Zudem bringen 650 Aussteller aus zwölf Nationen käufliche Oldtimer aus allen Zeiten des Automobilbaus mit. Auch Motorräder und Ersatzteile sind zu kaufen.

„Italienische Eleganz“

 Italienisch - unter diesem Motto startete am 6. Februar 2015, die Bremen Classic Motorshow in der Messe Bremen

Biss Sonntag, 8. Februar, boten rund 650 Aussteller aus elf Nationen in acht Hallen Oldtimer, Zubehör und Ersatzteile rund um das Thema Oldtimer. Stilbildende Traumautos, Motorroller der 1950er- und 1960er-Jahre, seltene historische Renn- und GT-Wagen derselben Epoche sowie handverlesene Youngtimer waren in den insgesamt sechs Sonderschauen zu sehen.

Italien in den 1950er und 1960er Jahren war das große Thema der BREMEN CLASSIC MOTORSHOW. Also durften die Roller, die nach dem Krieg das Straßenbild in Italien bestimmten, nicht fehlen. Deshalb zeigte die Rollerausstellung im Obergeschoss des ÖVB-Foyers nicht nur das Design der klassischen Vespa, sondern auch Rollermodelle der Firmen Lambretta, Ducati und Laverda. Insgesamt 13 Roller aus den 1950er und 1960er Jahren gab es zu sehen. Passend dazu konnte man im 2. OG im Racer Café unter großen Fotos den Geist der Rocker-Lederjacken wieder einfangen und leckere Sandwiches und mehr genießen.

Auch in diesem Jahr hat die Messe wieder einen großen Zuspruch gefunden, was sich an dem leichten Verkehrschaos am Freitagmorgen schon bemerkbar machte. Frühe Anreise war also gefragt.  

Neben allerlei Rennsport-Raritäten aus den 1950er Jahren, der Sondershow Import-Klassiker, dem deutlich verbessertem Angebot für Motorradfans und vieles mehr, ist der ständig wachsende Teilemarkt sicherlich ein weiterer Anziehungspunkt der Messe.

Also schon mal vormerken – das erste Februarwochenende eines jeden Jahres ist Bremen Classic Wochenende!

Hier gibt es die Fotostrecke der Bremen Classic Motorshow 2015 und die Fotostrecke der Bremen Classic Motorshow 2015 - Zweirad-Klassiker

Es war uns ein Fest! : Das war 2014, 2013 und 2012

Hier gibt es die Fotostrecke der Bremen Classic Motorshow 2014

Hier gibt es die Fotostrecke der Bremen Classic Motorshow 2013

Hier gibt es die Fotostrecke der Bremen Classic Motorshow 2012